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Gerade lese ich-Weltmeister Hardy berichtet

Fotos: Frieling Verlag

Gerade lese ich-Weltmeister Hardy berichtet 

In Zeiten von Corona greift man wieder – oder verstärkt – zum Buch. Unsere Redaktion hat sich einmal umgehört, was unsere Gesprächspartner aktuell lesen. Heute kommt ein Weltmeister zu Wort! Es ist der 1949 geborene Hardy. Der Augsburger ist von Beruf Zauberpädagoge und er ist mehrfacher Weltmeister im Dauerzaubern. Er hat zudem zahlreiche Zauberbücher und Zauberkästen konzipiert. Das „Internationale Artistenmuseum in Deutschland“ zeichnete Hardy für seine Verdienste um die deutsche und internationale Zauberkunst 2013 mit dem „Deutschen Ehrenpreis für künstlerische Lebensleistung“ aus. Er gilt als Deutschlands bekanntester Kindermagier. 2016 bereits feierte der Weltmeister ausgiebig, denn seit 50 Jahren stand er da bereits auf der Bühne. Hardy machte auch nie ein großes Geheimnis daraus, wie einst alles begann. Als Schulbub stotterte er und seine Klassenkameraden hatten ihn verspottet. Er wollte etwas schaffen, das ihm Anerkennung einbrachte. „Zum Fußballstar hat es bei mir nicht gereicht“, erklärte er im Pressegespräch. Daher „wich ich auf kleine Zauberstücke aus.

Hardy
Foto:/Stimme-Der-Hauptstadt / Volker Neef

Dann kamen beinahe wöchentlich neue Zaubertricks hinzu.“ Keine Nachbarskinder oder Klassenkameraden wollten von da an den damals stotternden Hardy noch auslachen. Alle drängten sich in der ersten Reihe, wenn ihr guter Freund Hardy nun in den Pausen die Schulkinder mit seinen Zaubertricks beeindruckte. Aus dem Kind, das dem Hobby Zauberkünste nachging, ist ein Weltmeister geworden. Hardy berichtet: „Ich weiß ja, was es bedeutet, wenn man anders als die Mehrheit ist. Mein damaliges Stottern hatte mich zum Außenseiter gemacht. Bis heute greife ich in meiner wirklich knappen Freizeit zu Büchern, in denen zum Ausdruck kommt, wie Mitmenschen mit einem Handicap oder einer schweren Krankheit zurechtkommen. Aktuell ist es jetzt das Werk der Apothekerin Anne Nübel-Orthen „Auf tauben Sohlen unterwegs-Mit Multipler Sklerose auf der Reise zum wahren Selbst.“ Die 1967 geborene Schriftstellerin berichtet, wie ihr Leben, das Leben ihrer Familie und Mitmenschen sich ruckartig verändert hatte, als man bei Frau Nübel-Orthen Multiple Sklerose diagnostiziert hat. Mit einem Schlag sind Lebensträume, Lebensplanungen nur noch Makulatur. Das Werk der von Multiple Sklerose betroffenen Autorin, im Gegensatz zu mir noch so jungen Frau, denn bei allem Respekt, vom Alter her könnte es sich um meine Tochter handeln, geht regelrecht unter die Haut. Das Buch ist aber keineswegs eine Erinnerung an bessere, sprich gesunde Tage der Schriftstellerin. Sie macht Menschen, die ein ähnliches Schicksal erleben mussten, Mut. Ale ehemaliger Stotterer, natürlich kann ich und will ich das Stottern keineswegs mit Multiple Sklerose vergleichen, möchte ich jedem von Krankheit und Schmerzen betroffenen Mitmenschen zurufen: „Gib nicht auf! Halte durch!“ Das ist auch die Quintessenz bei Frau Nübel-Orthen und ihrem beeindruckenden Werk.“ Hier alle Angaben zu dem Buch, dass Weltmeister Hardy gerade liest: Anne Nübel-Orthen: „Auf tauben Sohlen unterwegs-Mit Multipler Sklerose auf der Reise zum wahren Selbst“ aus dem Frieling Verlag zu Berlin. Es kostet im deutschen Buchhandel 12,90 Euro. ISBN 978-3-8280-3010-7.

(Text: Stimme-Der-Hauptstadt von Volker Neef/Fotos: Frieling Verlag; Volker Neef) 

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Frank Pfuhl
Frank Pfuhl
SDHB Redaktion Berlin

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