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Mit 9-Euro ist man dabei- Nachgefragt bei Gunnar Lindemann, MdA

Gunnar Lindemann (Foto: Frank Pfuhl)

Mit 9-Euro ist man dabei- Nachgefragt bei Gunnar Lindemann, MdA

Wer in einen Zug eingestiegen ist, der nicht unter die Gesetze des 9-Euro-Tickets fällt, gilt als Bösewicht und muss bei einer Kontrolle das erhöhte Beförderungsgeld berappen. Also vor dem Antritt der Tour sollte sich der Fahrgast unbedingt informieren, ob er mit seinem 9-Euro-Ticket den Zug überhauptnehmen darf. Es stellt sich ja generell die Frage: Ist das 9-Euro-Ticket wirklich hilfreich für die Bürgerinnen und Bürger?  

(Foto: Frank Pfuhl)

Seit dem 1. Juni ist das 9-Euro-Ticket im Umlauf. Der Inhaber des Tickets (Man muss seinen Vor- und Zunamen auf dem Fahrschein eintragen!) darf deutschlandweit in der 2. Klasse den gesamten ÖPNV nutzen. Sogar die Regionalzüge dürfen benutzt werden. IC-Züge sind ausgeschlossen. Einige Bahnlinien, die von privaten Betreibern geführt werden, sind ebenfalls ausgeschlossen, dazu zählen eventuell auch Museums- und Traditionszüge. Aufpassen muss der Fahrgast auch-leider!!- bei der ein oder anderen Regionalbahn.

Im Berliner Abgeordnetenhaus haben wir zum 9-Euro-Ticket Gunnar Lindemann (AfD) befragt. In seiner Fraktion ist er u. a. Sprecher für den ÖPNV. Der direkt gewählte Parlamentarier aus dem Bezirk Marzahn war bis zur Aufnahme des Mandats bei einem privaten Bahnunternehmen tätig, also in Sachen Eisenbahn kennt sich Gunnar Lindemann wirklich bestens aus.  

STIMME-DER-HAUPTSTADT: Freuen Sie sich als Abgeordneter, als Eisenbahner, als Privatmann und als Familienvater über das 9-Euro-Ticket und die hervorragende Vergünstigung?

Gunnar Lindemann: „Nein, denn der Preis ist nicht alles. Das Angebot wurde nicht der zu erwartenden steigenden Nachfrage angepasst. Somit bleiben viele Menschen auf besonders beliebten Strecken, wie zum Beispiel an die Ostsee, am Bahnhof stehen. Und die Mitnahme von Kinderwagen, Rollstühlen und Fahrrädern gestaltet sich noch schwieriger. Hinzu kommen im Schienenverkehr noch zahlreiche Baustellen, die traditionell in den Sommerferien eingerichtet werden, hinzu. Das bedeutet weitere Schwierigkeiten bei der Beförderung der Fahrgäste, zum Beispiel im SEV-Bus. Und mit schlechter Qualität bekommt man langfristig keine neuen Fahrgäste für den ÖPNV, sondern verschreckt die Menschen eher.

STIMME-DER-HAUPTSTADT: Was hätte man von Anfang an besser machen sollen?

Gunnar Lindemann: „Man hätte das Angebot ausweiten müssen, was allerdings aufgrund fehlenden Personals und Urlaubszeit kaum möglich ist. Man hätte die Menschen anders entlasten müssen, anstatt das 9-Euro-Ticket einzuführen“. 

STIMME-DER-HAUPTSTADT: „Ende August läuft das 9-Euro-Ticket aus. Was erwarten Sie als Verkehrsexperte dann? Wird alles wieder so wie im Mai sein, also vor Einführung des 9- Euro-Ticket?

Gunnar Lindemann: „Es wird alles so sein, wie vorher. Neue Kunden werden durch dieses Chaos nicht gewonnen. Und für die Einnahmeverluste darf der Steuerzahler am Ende aufkommen. Also das, was man beim Ticketpreis jetzt spart, bezahlt man später durch Steuergeld“. 

STIMME-DER-HAUPTSTADT: Vielen Dank für das Gespräch.

(Text: Volker Neef/Foto: Frank Pfuhl)

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Frank Pfuhl
Frank Pfuhl
SDHB Redaktion Berlin

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