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Menschen mit Spuren und ihre Wege durch die Krise Folge 19: Franz Feil 

Franz Feil, Foto: Joachim Skambraks

Franz Feil ist Unternehmer und Landwirt. Er kümmert sich um den Winterdienst beim Flughafen. Er hat sich engagiert um die Abwasserentsorgung in seiner Heimatgemeinde Bruck bei Ebersberg gekümmert. 

MMS: Wie hinterlässt du aus deiner Sicht Spuren? 

Franz Feil: Aus meiner Sicht hinterlasse ich Spuren, indem ich das, was ich angefangen habe, auch vollendet habe. Mit der Übergabe des Betriebs habe ich es so geregelt, dass alles passt. Das sind meine Spuren. 

MMS: Was hast du angefangen und zu Ende gebracht? 

Franz Feil: Angefangen habe ich mit der Schule, mit der Lehrzeit und später die Meisterprüfung. Wir haben eine Landwirtschaft und seit 1992 ein Lohnunternehmen für den Winterdienst am Flughafen. 1996 haben wir den Abwasserverein gegründet mit dem zweiten Bürgerentscheid in Bayern, der für uns positiv ausgegangen ist. 2002 erhielten wir die Genehmigung unserer Pflanzenkläranlage. 

MMS: Was hat das Abwasserkonzept für die Menschen, die hier wohnen, bedeutet? 

Franz Feil: Für die Menschen hier hat das bedeutet, dass sie finanziell viel besser herausgekommen sind. In meinem Fall kann ich das ruhig schildern. Mich hätte der Plan 200.000 Mark gekostet. Mit unserem Abwasserkonzept konnten wir für 200.000 Mark die ganze Ortschaft versorgen. Und es ist ein bisschen Geld übrig geblieben. 

MMS: Gratulation, das sind wichtige Spuren. Was haben Lockdown und Pandemie für dich bedeutet, privat oder geschäftlich? 

Franz Feil: Geschäftlich hat es mich überhaupt nicht eingeschränkt, privat auch nicht. Du kennst ja unser schönes Bruck. Das ist wie im Paradies. Wir haben nette Nachbarn. Die kann man sehen, muss sie aber nicht sehen. Für mich selber hat es überhaupt nichts ausgemacht. Mit der Impfung, mit der zweiten Impfung und dann mit der Booster-Impfung konnte ich mich leichter und freier im sozialen Leben, im Winterdienst oder im Fitnessstudio bewegen. Das war der Grund warum ich mich impfen ließ. Ich habe aber nichts dagegen, wenn sich einer nicht impfen lässt und er sich jeden Tag testet. Ich glaube, der ist genauso sicher wie ich. 

Franz Feil, Foto: Joachim Skambraks 

MMS: Wenn Du mal die eine oder andere schlechte Stunde hast, welche Denkweisen oder Methoden helfen dir wieder besser heraus zu kommen? 

Franz Feil: (lacht) Ja, man kann zur Nacht noch ein oder zwei Bier trinken und ein Glas Rotwein. Und wenn der Partner passt, dann ist es ja nicht so schlimm. Wie gesagt, dann passt es. 

MMS: Was aus dem Bereich Kunst, Kultur, Literatur, Musik oder Theater hat dich ein wenig berührt und dadurch geholfen? 

Franz Feil: Ich höre gerne Musik von Strauss und Walzermusik und das lade ich mir aufs Handy, Das mache ich, wenn ich auf der Terrasse sitze. Aber mein Leben hat sich nicht so verändert. Ich habe weiterhin leben können, wie ich wollte. Einschränkungen habe ich nicht viele gehabt. Also hat es mich auch nicht so berührt. 

MMS: Für viele Menschen bedeutete Auszeit und Lockdown auch die Chance, kreativ zu sein oder eine Innovationen zu schaffen. Wie schaut es da bei dir aus, welche Erfahrungen hast du gemacht? 

Franz Feil: Mein Tagesablauf sieht so aus: Ich stehe auf, mache meine 20 Minuten Gymnastik, trinke einen Kaffee und nehme meine Tabletten. Dann lese ich im Laptop oder meine Zeitung. Wenn das Wetter schlecht ist, spiele ich dann noch eine Stunde online Schafkopf. Obwohl mich manche Spieler dort sehr aufregen, weil die im Netz viel schlimmer sind als die, die man in Natura sieht. Die haben keine Hemmungen mehr. Aber das ist mein Tagesablauf. Ich koche gern und esse gern. Ja, das passt für mich. 

MMS: Schafkopf hast du vorher wahrscheinlich persönlich gespielt. Ist das jetzt eine neue Qualität im internet geworden?  

Franz Feil: Die Übergabe der Firma haben wir 2013 gemacht hat. Dann bin ich auch ins Netz gegangen. Ich spiele gern Schafkopf und auch nicht schlecht, glaube ich. Über manche kann ich mich dann schon aufregen. Also da sollte ich den Blutdruck nicht messen. Aber das passt schon. Nein, da trinke ich noch kein Bier. Kein Bier vor Vier. 

MMS: Ein starker Schlusssatz. Danke, Franz, für das Interview. 

Fotos und Interview: Joachim Skambraks, Stimme der Hauptstadt.Berlin, Redaktion München 

Hier finden Sie den Link zum Video: 

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Frank Pfuhl
Frank Pfuhl
SDHB Redaktion Berlin

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