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Menschen mit Spuren und ihre Wege durch die Krise. Folge 12: Matthias Ditsch 

Matthias Ditsch, Foto: Joachim Skambraks

Menschen mit Spuren und ihre Wege durch die Krise. Folge 12: Matthias Ditsch 

Gespräch mit Matthias Ditsch, Geschäftsführer der Vigom, die Virtuelle Golfmesse. Als leidenschaftlicher Golfspieler führte er vor dem Lockdown viele Golf-Events zusammen mit Partnern durch. 

MMS: Wie hinterlässt du aus deiner Sicht Spuren? 

Matthias Ditsch: Ich hinterlasse sicher in zwei Bereichen Spuren. Einerseits bei meinen Golf-Events und im realen Leben in der Begegnung mit interessanten Menschen auf dem Golfplatz, vor oder nach einer Runde. Genauso ist ein wichtiger Teil in meinem Leben die virtuelle Welt, in der ich schon sehr lange unterwegs bin und virtuelle Golf-Events veranstalte. Insofern hinterlasse ich da auch Spuren, die später wieder abrufbar sind. So ist es ein interessantes Erlebnis, alte Spuren wieder zu entdecken, die man selber hinterlassen hat. Ich hinterfrage auch den einen oder anderen Fall neu und kann daraus wieder lernen. 

MMS: Ein interessanter Gedanke, sich im internet an seine eigenen Taten zu erinnern. Was ist bei dir privat oder wirtschaftlich passiert, als durch Pandemie und Lockdown alles auf Null gefahren wurde? 

Matthias Ditsch: Das war schon ein sehr starker Einschnitt in das Leben. Ich habe in der Zeit mit meiner Frau in Dubai gelebt. Wir hatten im Februar auf den Seychellen geheiratet und sind gerade noch zurückgekommen. Dann hatte sich die ganze Krise schon so weit ausgedehnt, dass wir unsere Planung umstellen mussten. Wir wollten noch in die Philippinen um mit der Familie meiner Frau, sie ist Philippinerin, ein großes Fest zu feiern. Wir hatten auch schon eine Kuh gekauft und alles vorbereitet. Aber dann hat es keine Flüge mehr gegeben und wir mussten absagen. Immerhin hat die Kuh überlebt. Insofern war das ein positiver Effekt neben dem negativen und natürlich extremen Erlebnis des Lockdown. 

MMS: Wenn du an diese Zeit des Lockdown, auch Einsamkeit oder Wirtschaftsstillstand zurückdenkst, was hat dir durch diese Zeit geholfen? Welche Methoden, Strategien oder Techniken haben dir das Leben leichter gemacht? 

Matthias Ditsch: Ich glaube, es war wirklich auch das Golfspielen, das einen immer wieder oder sehr schnell in Grenzbereiche bringt. Auch im eigenen Leben konnte ich viele Techniken dafür anwenden. Man ist plötzlich in einer Situation, die man nicht mehr selber bestimmen kann. Ich kann nicht mehr raus, obwohl ich ein sehr naturliebender Mensch bin. Man muss wirklich mit Situationen umgehen, die man nicht selber in der Kontrolle hat. Das ist, glaube ich, das schwierigste Erlebnis, dass man sich teilweise vorkommt wie ein Kind, wenn die Eltern sagen: Du darfst nicht raus. Wir haben dann in der Wohnung Fitness gemacht. So haben wir die Zeit genutzt und, ich würde sagen, ganz gut überstanden. Aber es war schon ein harter Einschnitt. 

Matthias Ditsch, Foto: Joachim Skambraks 

Matthias Ditsch: Als Kulturform hat mir persönlich schon immer die Musik geholfen. Mit guter Musik kann man einfach seine eigene Stimmung aufhellen. Gerade in der Anfangsphase haben wir viele Science Fiction Filme angeschaut, die sich mit ähnlichen Themen wie pandemischen Szenarien beschäftigen. Es war für mich sehr überraschend, dass es sehr viele Filme gibt, die genau das beschreiben. Es war ein interessantes Erlebnis, welche verschiedene Lösungen entwickelt wurden. Ich bin sowieso Filmfan und es ist war eine gute Möglichkeit, gute Filme zu sehen. 

MMS: Konkret nachgefragt: Welche Musiktitel haben dir etwas bedeutet? Welche Strategie der Lösung in einem Film hatte dich besonders bewegt oder hat dir besonders gefallen? 

Matthias Ditsch: Bei Musik bin ich wirklich ein Lounge Elektronik Music Fan. Da weiß ich meistens gar nicht, wer das gemacht hat. Kraftwerk ist für mich das Symbol für diese Musik oder für eine Welt, in der man sich in einer virtuellen Welt zurechtfinden muss. Ich glaube in den Filmen, die ich gesehen habe, bringt dann die Lösung eine neue Wendung. Zum Beispiel wird ein neues Hilfsmittel entwickelt oder es findet sich ein neuer Ausweg aus der Situation. 

MMS: Du spielst mir wunderbar den Ball zu in Richtung Innovation oder neue Lösungen. Inwieweit haben sich in dieser Zeit geschäftlich oder privat neue Lösungen oder eine Innovation ergeben? 

Matthias Ditsch: Da kommen wir zurück zu dem Thema Geschäftsführer der Vigom. Es waren alle Golfmessen abgesagt. Dann kam ein Bekannter von mir, der auch selber einen Putter (Golfschläger) entwickelt hat, und hat diese virtuelle Messe ins Leben gerufen. Wir vier Aussteller auf dieser Messe haben dann diese ganze virtuelle Messe gegründet. Hier können sich Aussteller virtuell präsentieren. Sie können Produkte vorstellen. Sie können auch Videos zeigen und Interviews machen, in denen sie ihre Geschichte erzählen. Golfpros zeigen mit Video Lösungen. Durch Videofilme kann man sehr gut Golf-Techniken vermitteln. Man kann natürlich über e-Commerce virtuelles Shopping sehr gut darstellen. Das hat ja durch die Pandemie einen richtigen Boost bekommen. Es ist insofern ein interessantes Erlebnis, weil ich schon seit 15 Jahren im Home Office arbeite. Mir ist dann erst bewusst geworden, was ich mache. Ich habe mich schon immer gefragt: Warum fahren die Leute alle ins Büro und abends wieder zurück? Dort sitzen viele auch nur vor dem Computer. Unser ganzes Team der Firma kannte sich nur über das Internet und wir haben trotzdem eine Firma gegründet. Wir haben uns zum ersten Mal beim Notar persönlich kennengelernt. Das war schon ein gutes Erlebnis. 

MMS: Vielen Dank, Matthias, für unser Gespräch. Ich fand es sehr interessant eine virtuelle Messe zu gründen und gleichzeitig die Firma zuerst nur virtuell zu gründen. 

Text und Interview: Joachim Skambraks, Stimme der Hauptstadt.Berlin, Redaktion München 

Hier finden Sie den Link zum Interview auf Video: 

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Frank Pfuhl
Frank Pfuhl
SDHB Redaktion Berlin

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