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Bezirksbürgermeister Uwe Brockhausen- Wie ich es sehe

Uwe Brockhausen (Foto: Frank Pfuhl)

Bezirksbürgermeister Uwe Brockhausen- Wie ich es sehe

Seit dem 21. Dezember ist Franziska Giffey (SPD) Regierende Bürgermeisterin von Berlin.

Unsere Redaktion hat sich umgehört, was Berlinerinnen und Berliner von dem neuen Senat erwarten, was man sich erhofft, aber auch, was man eventuell befürchten muss. 

Uwe Brockhausen (SPD) kam 1963 in Berlin zur Welt. Der Volljurist ist seit November 2021 Bezirksbürgermeister von Reinickendorf.  


Bezirksbürgermeister Uwe Brockhausen (SPD) teilte mit: „Ich glaube, dass Reinickendorf riesige Potenziale und auch die Chance hat, eine Zukunftswerkstatt für Berlin und darüber hinaus zu werden. Wir haben das größte Infrastrukturprojekt mit dem Wirtschafts- und Forschungsstandort Urban Tech Republic auf dem ehemaligen Flughafen Tegel und dem dort entstehenden Schumacher-Quartier in der Region Berlin-Brandenburg. Und das gut erschlossen und in Citynähe! Wer durch Reinickendorf läuft sieht, dass auch anderswo im Bezirk sehr viel Geld in die Hand genommen wird. Dazu gehören die neue Einkaufsstraße in Tegel, das Einkaufszentrum im Märkischen Viertel, neue Schulstandorte, neue Natur- und Freizeitplätze, Sportanlagen – Reinickendorf wird sich sehr verändern. Deshalb haben wir auch die Standort-Kampagne „Kurs Nordwest“ unterstützt, um zu zeigen, dass in Reinickendorf enorm viel entstehen wird und sich ein Besuch lohnt. 

Wir werden sicher nicht die erste Adresse für den Ferntourismus sein, sondern eher für die Besucher, die ein zweites Mal nach Berlin kommen und sich die ländliche Idylle in Heiligensee und Lübars, die schönste Promenade Berlins oder das Weltkulturerbe Weiße Stadt ansehen möchten. Reinickendorf ist da eine attraktive Adresse, dafür wollen wir werben. Auch mit Angeboten wie der neuen Radroute um den Tegeler See, den Humboldt-Brüdern oder Industrie-Spaziergängen. 

Die größten aktuellen Herausforderungen sind aber, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, etwas für den Klimaschutz zu tun und die öffentliche Verwaltung noch mehr zu digitalisieren. Wir haben in der Vergangenheit durchaus zu recht viel Kritik erfahren, was Terminrückstände und Serviceleistungen betrifft. Reinickendorf ist im Vergleich zu anderen Bezirken gut aufgestellt, aber wir möchten besser werden. Das hängt aber entscheidend auch von der Landesregierung ab. Wenn wir digital besser werden wollen, müssen dem Bezirk die Ressourcen zur Verfügung gestellt werden. Das Land Berlin muss einen neuen Haushalt aufstellen und dieser wird entscheidend sein, was wir in den Bezirksämtern leisten können. Und wenn wir eine gute bürgernahe Verwaltung haben und einen guten Service anbieten möchten, dann brauchen wir Ressourcen, also Personal und die Mittel, um unsere Arbeit erbringen zu können. 

Nehmen wir das Beispiel Klimaschutz: Den stärker voranzutreiben, heißt gleichzeitig an vielen Baustellen zu arbeiten. Da sind etwa Aspekte der Energie, der Müllvermeidung und der Nachhaltigkeit genauer zu betrachten. Wir als Bezirk haben uns vorgenommen, alle umweltrelevanten Vorhaben einer besonderen Prüfung zu unterziehen. Dafür werden wir eine Klimaleitstelle schaffen, die bei der Klimaschutzbeauftragten angesiedelt ist, um bei jedem Projekt das Fachwissen einbringen zu können. Ich erhoffe mir durch diese neuen Impulse, dass Reinickendorf einen starken Beitrag in Sachen Klimaschutz leisten kann. 

Gerade in der Pandemie hat sich zudem gezeigt, wie wichtig ein leistungsfähiges bezirkliches Gesundheitsamt mit entsprechendem Personal ist. Kolleginnen und Kollegen aus anderen Bereichen des Bezirksamtes verstärken bis heute unsere Corona-Lagezentrum, weil sie dringend gebraucht werden. Diese Kolleginnen und Kollegen können dann aber nicht in ihren eigentlichen Bereichen arbeiten. Wir werden in den kommenden Monaten also genau analysieren, wo mehr Personal gebraucht wird und wo wir besser werden müssen. Ich erwarte daher von der neuen Landesregierung, dass es keine neuen Einsparungen in den Bezirksämtern gibt. Wir sind es, die die Leistungen für die Bürgerinnen und Bürger erbringen.“

IN EIGENER SACHE teilen Verleger und Chefredaktion mit: Einzig und allein unsere Interviewpartner sind für die von ihnen gemachten Aussagen verantwortlich. Die Redaktion hat auf die Ausführungen unserer Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner keinerlei Einfluss genommen.

(Stimme der Hauptstadt Text: Volker Neef/Foto: Frank Pfuhl)

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Frank Pfuhl
Frank Pfuhl
SDHB Redaktion Berlin

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