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Besuch beim Herrn Landtagspräsidenten in Magdeburg

Dr. Gunnar Schellenberger (Foto: Frank Pfuhl)

Besuch beim Herrn Landtagspräsidenten in Magdeburg

Als Journalist trifft man unweigerlich oft auf Prominente aus allen Bereichen. Dazu zählen die Sektoren Politik, Sport, Kultur, Gesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und Religion.

Manche Begegnungen hinterlassen tiefe Spuren, weil diese Treffen von außergewöhnlichem Charakter waren. So ist es unserer Redaktion kürzlich in der Landeshauptstadt Magdeburg ergangen.

Der Herr Präsident des Parlaments von Sachsen-Anhalt ist Dr. Gunnar Schellenberger (CDU). Seit 2002 ist der Pädagoge und Leiter eines Gymnasiums in Schönebeck an der Elbe Landtagsabgeordneter. Es gab eine Unterbrechung von 2016 bis 2021. Da war der 61-jährige Politiker als Staatssekretär für Kultur in der Staatskanzlei und im Ministerium für Kultur im Einsatz. Wie im Bundesland Berlin verbietet es die dortige Landesverfassung, dass man gleichzeitig die Ämter Staatssekretär und Landtagsabgeordneter ausüben darf. 2021 bewarb er sich wieder um das Landtagsmandat in dem Wahlkreis Schönebeck. Man kann es wie beim „Dinner for One“ ausdrücken: „Same procedure as usual“. Wie seit 2002 bei jeder Landtagswahl, Gunnar Schellenberger gewann seinen Wahlkreis wieder direkt. Der Politiker erzielte 2021 über 38 Prozent der abgegebenen Stimmen. Der zweitplatzierte Kandidat im Wahlkreis bekam ca. 21 Prozent. Das Polster des Vorsprungs betrug für Gunnar Schellenberger über 17 Prozent! Welcher Politiker kann solche Ergebnisse eben einmal so aus dem Handgelenk zaubern? Das mag auch daran liegen: Der langjährige direkt gewählte Abgeordnete Schellenberger ist fest verwurzelt in seinem Wahlkreis. Er ist Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr in seinem Wahlkreis Schönebeck; er ist Stellvertretender Kreisvorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU Schönebeck. Zudem gehört er der „Böllergruppe Schönebeck“ an.  

Dr. Gunnar Schellenberger (Foto: Frank Pfuhl)

Gunnar Schellenberger ist auch Mitglied im Kuratorium der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt und Stiftungsrat der Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt. Er ist nicht nur Mitglied im „SV Hubertus 1990 e.V.“, der Landtagspräsident ist Waidmann. Dabei geht es ihm nicht „primär um die Jagd. Das Erlegen von Tieren gehört auch dazu, steht aber keineswegs im Vordergrund. Die Hege und Pflege von Tieren und der Natur sind es, die mich zum Waidmann gebracht hatten. Was kann es schöneres geben, als an einem frühen Morgen, der noch Nebel behangen ist, die Tierwelt im Wald zu beobachten?“ 

Frank Pfuhl (li.) und Dr. Gunnar Schellenberger (Foto: Volker Neef)

Die Antworten gibt Gunnar Schellenberger selber! Er ist „im Besitz eines Fischereischeines und eines großen Gartens. Darauf steht auch ein kleines Gewächshaus. In diesem Gewächshaus werden Tomaten und Gurken geerntet“. Was den Garten mitsamt dem Gewächshaus angeht, ist der Landtagspräsident im wahrsten Sinne des Wortes „allein auf weiter Flur“. Er legt beim Unkrautzupfen, Rasenmähen, beim Pflanzen, Gießen und Ernten allein Hand an. „Wenn man nach getaner Tat im Garten schmutzige Hände hat, kann man sich voller Stolz vom Schmutz reinigen. Der Garten ist meine Werkstatt sozusagen. Andere basteln in ihrer knappen Freizeit. Wenn ich mal zu Hause bin, finden Sie mich tagsüber meistens im heimischen Garten“. Einen Großteil der Ernte bringt der Landtagspräsident nach Magdeburg mit und verschenkt die Ernteerträge an die Mitarbeiter. Insgesamt 134 Mitarbeiter sind im Landtagsgebäude tätig. Rechtlich betrachtet ist der Landtagspräsident der Vorgesetzte der dortigen Bediensteten.

Dr. Gunnar Schellenberger (Foto: Frank Pfuhl)

Seit Juli 2021 repräsentiert Gunnar Schellenberger als Präsident des Landtages neben Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff (CDU) das Bundesland Sachsen-Anhalt. Demnächst ist Gunnar Schellenberger dienstlich in Armenien. Dort wird er eine Ausstellung eröffnen, die Kunstwerke seines heimatlichen Bundeslandes präsentiert. „Die Absprachen mit Herrn Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff und mir verlaufen immer sehr gut. Uns beide verbindet das gemeinsame Ziel, durch unsere vielfältige, vorhandene Kultur unser Bundesland in aller Welt noch bekannter zu machen. Das ist auch eine sehr wunderbare Aufgabe! Messen in Berlin wie die GRÜNE WOCHE und die ITB, die Internationale Tourismusbörse, sehen wir auch an, um Sachsen-Anhalt darzustellen. Der Tourismus und die Kultur sind untrennbar miteinander verbunden“. Gunnar Schellenberger ist auch der Präsident aller 96 Abgeordneten. Mit ihm gehören 97 Parlamentarier dem Landtag von Magdeburg an. Für ihn ist es eine „Selbstverständlichkeit, dass ein Landtagspräsident die parteipolitische Brille nicht aufsetzen darf, wenn er vorne im Präsidium sitzt. Ob ein Parlamentarier nun zufällig meiner Partei und Fraktion angehört oder einer anderen, spielt keine Rolle. Jeder Volksvertreter hat gleiche Rechte und Pflichten, unabhängig von der Parteizugehörigkeit. Das gilt natürlich auch für den Fall, dass ein gewähltes Mitglied die Partei oder die Fraktion verlassen sollte. Abgeordnete mit dem Status der Fraktionslosigkeit gehören weiterhin dem Landtag an“. Momentan gibt es aber keinen Volksvertreter in Magdeburg, der fraktionslos ist. So gerne der Landtagspräsident Menschen helfen möchte, manchmal sind im per Gesetz die Hände gebunden! Käme beispielsweise ein Landtagsabgeordneter auf den Gedanken, sich beim Herrn Präsidenten zu beschweren, weil sein Fraktionsvorsitzender ihm keine oder nur eine kleine Redezeit zugebilligt hat, kann Dr. Gunnar Schellenberger nicht hilfreich eingreifen. „Jede Fraktion bekommt die ihr zustehende Redezeit zu einem ganz bestimmten Sachverhalt im Plenum zugeteilt. Wer dann aus den Reihen der betreffenden Fraktionen zu diesem Thema sich zu Wort meldet, entscheiden die Fraktionen in Eigenregie für sich“.

Der Landtagspräsident kann halt sehr viel bewegen, alles aber auch nicht. Bewegt ist man auf jeden Fall, wenn man dem Präsidenten des Landtages von Sachsen-Anhalt begegnet ist. Dr. Gunnar Schellenberger verkörpert das ideale Bild eines Römers! Es war Kaiser Augustus (er soll 14 nach Christi Geburt gestorben sein), der den Römern mitgeteilt hatte, er sei gar kein Kaiser! Er sei nur ein „Primus inter Pares“. Er ist also der Erste von mehreren im Rang auf der gleichen Stufe stehenden Personen. Wie unsere Redaktion es schon am Anfang ausgedrückt hatte: Manche Begegnungen hinterlassen tiefe Spuren, weil diese Treffen von außergewöhnlichem Charakter waren. So eine tiefe Spur hinterließ Dr. Gunnar Schellenberger bei uns, der sich exklusiv für unser Magazin Zeit genommen hatte. „Danke sehr, nochmals, Herr Präsident“, sagen wir von dieser Stelle in Berlin aus nach Magdeburg!

(Text: Volker Neef/Fotos: Frank Pfuhl, Volker Neef)

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Frank Pfuhl
Frank Pfuhl
SDHB Redaktion Berlin

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