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„Berlin in den 70er-Jahren – Faszinierende Ansichten der geteilten Stadt“ – Buchvorstellung

Foto: Sutter Verlag

„Berlin in den 70er-Jahren – Faszinierende Ansichten der geteilten Stadt“ – Buchvorstellung

Unseren werten Lesern ist der 1949 geborene Michael Sobotta bereits bekannt. 

Im Januar 2021 hatten wir das von ihm im Sutton Verlag zu Erfurt herausgegebene Werk „Berlin-Farbdias aus den 40ern“ vorgestellt.

Der Autor hat bis zu seinem Eintreten in den Ruhestand bei der Bundesdruckerei gearbeitet. Im November 2021 kam sein 168 Seiten umfassendes Werk „Berlin in den 70er-Jahren – Faszinierende Ansichten der geteilten Stadt“ heraus. Es ist ebenfalls im Sutton Verlag erschienen. Der Schriftsteller zeigt dem Leser knapp 150 Farbdias, von denen sehr viele durch Michael Sobotta erstmals den Weg in die Öffentlichkeit gefunden haben. Der Verfasser erinnert gleich am Anfang seines Werkes (S. 7) daran, dass es in den 70er- Jahren noch keine Smartphones gegeben hatte. „Zwei Spiegelreflexkameras, eine Praktika aus Dresden und eine Minolta aus Japan, leisteten dabei gute Dienste. Anschließend musste man aber noch ungefähr zwei Wochen warten, bis der entwickelte Diafilm bzw. die gerahmten Dias aus der Entwicklungsanstalt kamen“. Wer die zahlreichen Farbdias betrachtet und in den 70er-Jahren Berlin kannte und kein Kind mehr war, sagt nur: „Bärlin, wie haste Dir so rasant verändert!“ Das Kapitel 1 zeigt dem Leser den Potsdamer Platz. Man sieht die Potsdamer Straße als Sackgasse. Sand und leere Flächen lassen grüßen. Der Potsdamer Platz mit dem Sony Center ist kürzlich verkauft worden und man redet von einer Summe im Milliardenbereich. Die Potsdamer Straße verbindet nicht nur den Bezirk Tempelhof-Schöneberg mit dem Bezirk Mitte, sie ist heute eine der meistbefahrenen Straßen im wiedervereinten Berlin. Wer nie vor knapp einem halben Jahrhundert die geteilte Stadt mit eigenen Augen gesehen hatte, kann kaum glauben, dass der heute so pulsierende Potsdamer Platz noch vor 50 Jahren eine sandige Freifläche gewesen war. Die im Buch gezeigte Weltzeituhr auf dem Alexanderplatz entstand 1969 und sie gibt es heute noch an dieser Stelle. Es sind nicht nur Plätze und Gebäude, die sich durch Neubau oder Abriss verändert haben oder verschwunden sind. So sieht man im 6. Kapitel, nämlich auf S.69, zum Thema „Berlin-Steglitz“, die Einkaufsmeile Schloßstrasse. Mit dicken Lettern prangt das Wort der Firma „Wertheim“ am Warenhaus. Mitte der 80er-Jahre verschwand der Firmenname Wertheim von der Bildfläche, weil ein damaliger Mitbewerber diesen Konzern aufgekauft hatte und die erworbenen Warenhäuser mit seinem Namen ausgestattet hatte. So nebenbei: Der Aufkäufer von Wertheim wurde 1994 von einem anderen Warenhauskonzern aufgekauft. Im 11. Kapitel, dem vorletzten, zeigt uns Michael Sobotta auf S. 145 in „Die City-West“, ein Verkehrsmittel der ganz besonderen Art. Eine Dampflok verlässt den Bahnhof Zoo. In Westberlin lebten die Dampflokomotiven länger als in Westdeutschland. Das lag daran, alle Eisenbahnstrecken in Westberlin wurden von der DDR mit der Deutschen Reichsbahn betrieben. Damals war es, als Berlin 23 Bezirke umfasste und in vier Sektoren eingeteilt war. Ein ganz herausragendes Buch über das Berlin, wie es vor einem halben Jahrhundert aussah und damals wie heute Menschen aus aller Welt fasziniert hat. Michael Sobotta erinnert mit seinem brillanten Werk „Berlin in den 70er-Jahren – Faszinierende Ansichten der geteilten Stadt“ an DAMALS. Es waren aber nicht die guten Zeiten, denn DAMALS durchtrennte die von DDR-Grenzern schwerbewachte Mauer die Stadt. Das im Sutton Verlag zu Erfurt erschienene Buch kostet im deutschen Buchhandel 29,99 Euro. Die ISBN lautet 978-3-96303-358-2. (Text: Volker Neef/Foto: Sutton Verlag)

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Frank Pfuhl
Frank Pfuhl
SDHB Redaktion Berlin

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