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Berlin-Charlottenburg- Buchvorstellung

Foto: Sutton Verlag

Berlin-Charlottenburg- Buchvorstellung

Im Sutton Verlag zu Erfurt ist das Buch „Berlin-Charlottenburg einst und jetzt“ erschienen. Es kam im Dezember 2021 heraus und umfasst 128 Seiten. 

Verfasst hat es der Diplom-Verwaltungswirt Peter-Alexander Bösel. Er kam in Berlin zur Welt und lebt seit 1984 in Grunewald. Das war früher ein Ortsteil des bis 2001 selbständigen Bezirks Charlottenburg. 2001 kam es zur Vereinigung von Charlottenburg-Wilmersdorf. Peter-Alexander Bösel ist leidenschaftlicher Lokalhistoriker sowie Sammler historischer Postkarten, Fotografien und Bilddokumente aus bestimmten Bezirken des Berlins von gestern und sogar von vorgestern. Der Autor macht uns gleich am Anfang mit dem ursprünglich 1705 gegründeten Charlottenburg vertraut. Charlottenburg gilt als das Herz von Berlin. Im Schloss Charlottenburg haben Königinnen und Könige sich aufgehalten, der Bahnhof Zoo, der gegenüber des Zoologischen Gartens liegt, hat Geschichte geschrieben weit über die Grenzen Berlins hinaus. In den Zeiten der Teilung von 1961 bis 1989 war er die Eisenbahnverbindung zum Westen. Traurige Berühmtheit erhielten die drogenabhängigen „Kinder vom Bahnhof Zoo“. Das internationale Messezentrum und das Tagungsgebäude

Charlottenburg, ICC (Foto: Volker Neef)

ICC befinden sich in Charlottenburg. Hier finden Messen und Ausstellungen wie Grüne Woche, ITB, IFA und Innotrans beispielsweise statt. Hier ist auch der 1926 erstellte und fast 150 Meter hohe Funkturm angesiedelt. Die ersten Sendungen aus dem guten, alten Dampfradio in Berlin kamen via Schaltstelle Funkturm zum Radiohörer. Der Zentrale Omnibusbahnhof, der ZOB, liegt nur wenige Gehminuten vom Funkturm entfernt. Heutzutage kann der Fahrgast per Fernbus sogar in weit entfernte Länder wie Russland oder die Türkei fahrplanmäßig reisen. Ebenfalls in unmittelbarer Nähe ging es einst sehr rasant zu.

Charlottenburg,  Messegelände. (Foto: Volker Neef)

Die AVUS, die Automobil-Verkehrs- und Übungsstraße, eröffnete man 1921. 1998 hatte sie ausgedient. Man kann heute noch die Tribühnenplätze der Motorrad- und Motorennwagenrennstrecke sehen. Nach intensiven Umbaumaßnahmen sollen sie demnächst als Eventräume zur Verfügung stehen. In der Nähe, in der Masurenallee, hat der ehemalige Sender SFB und jetzige RBB, seine Heimat schon vor Jahrzehnten gefunden. 

In Charlottenburg sind die IHK von Berlin und die Technische Universität, die TU, angesiedelt. Zahlreiche Botschaften und Residenzen haben sich in Charlottenburg ihre Dienstgebäude genommen, das oft schon in der Weimarer Zeit. Das umtriebige Charlottenburg hatte großen Anteil daran, dass man vor 100 Jahren von den „Goldenen 20igern“ sprach. Im „Romanischen Cafe“, dass östlich der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche zu Hause war und wo sich heute das Europa-Center befindet, begrüßte von 1916 bis 1965 Stammgäste von Rang und Namen. Bertolt Brecht, Else Lasker-Schüler, Stefan Zweig und Erich-Maria Remarque beispielsweise tranken hier ihren Mocca. Peter-Alexander Bösel stellt in seinem Band ca. 60 Bildpaare, die eindrucksvoll den Wandel Charlottenburgs in den letzten Jahrzehnten dokumentieren, den Lesern vor. Durch die direkte Gegenüberstellung von gestern und heute zeigt der Autor den Wandel und Kontinuität, Altbekanntes und längst Vergessenes im beliebten Ortsteil. So mancher Charlottenburger oder der hier oft zu Hause gewesen ist, beispielsweise Berliner aus anderen Bezirken, die regelmäßig zur Arbeit in die Herzkammer von Berlin gefahren sind, werden sich wehmütig fragen: „Das gute, alte Charlottenburg, wohin ist es entschwunden?“ Das Buch ist ein Muss für alle Charlottenburger – zum Erinnern und Vergleichen, Staunen und Wiederentdecken. Peter-Alexander Bösel hat an der Zeituhr gedreht und stellt das „alte“ Charlottenburg vor und zeigt, dass auch das „neue“ Charlottenburg durchaus sehr reizvoll sein kann. Das Werk aus dem Sutton Verlag zu Erfurt „Berlin-Charlottenburg einst und jetzt“ vom Autor Peter-Alexander Bösel kostet im deutschen Buchhandel 19,99 Euro. ISBN 978-3-96303-335-3.

(Text: Volker Neef/Fotos: Sutton Verlag; Volker Neef)

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Frank Pfuhl
Frank Pfuhl
SDHB Redaktion Berlin

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