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Zi verlieh Innovationspreise für „Ausgezeichnete Gesundheit 2022“

Dr. med. Marc Kurepkat mit seiner Urkunde (Foto: Volker Neef)

Zi verlieh Innovationspreise für „Ausgezeichnete Gesundheit 2022“

Bezirksbürgermeister Brockhausen gratuliert Preisträger aus Reinickendorf

Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) hat am 16. März drei herausragende Modelle der ambulanten Versorgung mit dem Titel „Ausgezeichnete Gesundheit 2022“ prämiert. Insgesamt zehn regionale Projekte hatten sich um die Innovationspreise in den Kategorien Versorgung digital, Versorgung in der Pandemie und Versorgung kreativ beworben. Über die Vergabe der Auszeichnungen hatten die gut 400 im Allianz Forum in Berlin-Mitte Anwesenden sowie digital zugeschalteten Gäste aus Politik, Ärzteschaft und Forschung unmittelbar nach den jeweils vierminütigen Projekt-Statements per Liveabstimmung virtuell abgestimmt. Anschließend diskutierten führende Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Selbstverwaltung über den Innovationscharakter der ausgezeichneten Initiativen und die aktuellen Herausforderungen der vertragsärztlichen Medizin – auch, aber nicht nur über die medizinische Versorgung der über 73 Millionen gesetzlich versicherten Patientinnen und Patienten während der COVID-19-Pandemie.

„Dieser Abend hat gezeigt, wie facettenreich und innovationsstark die ambulante Versorgung in Deutschland ist. Wir haben erlebt, mit welch außergewöhnlichem Einsatz sich alle Mitarbeitenden in den Praxen, ärztliches wie nicht-ärztliches Personal, gegen die Corona-Pandemiewelle gestemmt haben. Sie waren es, die die Kliniken vor der Überlastung bewahrt haben. Die über 85 Millionen in den Praxen vorgenommenen Impfungen gegen das COVID-19-Virus sind dafür ein starkes Zeugnis. Kurzum: Die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte sind die Herzkammer der medizinischen Regel- und Krisenversorgung in Deutschland“, sagte der Zi-Vorstandsvorsitzende Dr. Dominik von Stillfried.

Einige der hier vorgestellten Projekte verdienten es, Vorbilder künftiger Reformschritte zu werden, so von Stillfried weiter: „Das System der Kassenärztlichen Vereinigungen garantiert eine flächendeckende haus- und fachärztliche Versorgung in hoher Qualität. Die Praxen sind nah dran an den Menschen, arbeiten effizient, schnell und sicher. Wir haben drei Preisträger, aber alle zehn Projekte des heutigen Abends haben verdient die Aufmerksamkeit eines großen Publikums gewonnen. Wir wünschen uns, dass sie weiterhin erfolgreich zur innovativen medizinischen Versorgung der Patientinnen und Patienten in den Regionen beitragen werden.“

Der erste Preis in der Rubrik Versorgung digital ging an das Projekt Videosprechstunde ergänzt den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117 der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Niedersachsen. Zwischen 9 und 16 Uhr wird Hilfesuchenden, die über die 116117 entsprechend medizinisch ersteingeschätzt worden sind, eine Videosprechstunde angeboten. Die Person nimmt im virtuellen Wartezimmer Platz und wird dann dort von einer diensthabenden Bereitschaftsärztin bzw. einem Bereitschaftsarzt abgeholt. Für Patientinnen und Patienten sowie Ärztinnen und Ärzte in Zeiten von Corona-Kontaktbeschränkungen ein großer (Zeit-)Gewinn.

Platz 1 in der Session Versorgung in der Pandemie hat sich die Initiative COVID-Schwerpunktpraxen der KV Berlin gesichert. Die COVID-Schwerpunktpraxen in Berlin haben Patientinnen und Patienten hausärztlich versorgt, die aufgrund eines Verdachts auf bzw. einer Infektion mit dem Corona-Virus getrennt von infektionsfreien Patientinnen und Patienten behandelt werden sollten. Bei der Konzipierung wurden insbesondere Aspekte wie Bestellwesen, Praxisräume und Verteilung über das Stadtgebiet einbezogen, um die Versorgung dieser besonderen Patientinnen- und Patientengruppe in der ersten kritischen Phase der Corona-Pandemie sicherzustellen. Die Praxen bilden aber auch einen wichtigen Anlaufpunkt in der Versorgung von Post-COVID-Patientinnen und Patienten.

In der Sparte Versorgung kreativ ging das Baiersbronner Modell der Hausärzte am Spritzenhaus („regiopraxis“) der KV Baden-Württemberg als Sieger hervor. In Baiersbronn wurde vor zehn Jahren am historischen Feuerwehrhaus („Spritzenhaus“) ein Gesundheitszentrum errichtet, um einer drohenden Unterversorgung entgegenzuwirken. In der Hausarztpraxis stellen elf Ärztinnen und Ärzte durch eine Arbeitsaufteilung untereinander und das Delegieren von Aufgaben an gut ausgebildetes medizinisches Fachpersonal eine zentrale Primärversorgung sicher. Derzeit arbeiten über 20 medizinische Fachangestellte im Team. Über Kooperationen werden jährlich über 30 Studierende ausgebildet. So wird ein Signal gegen Fachkräftemangel und Abwanderung gesetzt.

Das Zi hat zu diesem Veranstaltungsformat bereits zum vierten Mal eingeladen. Zuletzt 2021 – 2020 musste das Event pandemiebedingt ausfallen – hatten niedergelassene Ärztinnen und Ärzte 12 innovative Leuchtturmprojekte in der ambulanten Medizin vorgestellt. 

Der geehrte Preisträger aus Berlin, der Allgemeinmediziner Dr. med. Marc Kurepkat, führt eine Praxis zusammen mit seiner Kollegin Dr. med. Melanie Aalburg und der Psychotherapeutin Daniela von Karhan in der Ollenhauerstraße.

Über diese Ehrung für eine Arztpraxis in Reinickendorf sprachen wir mit dem Bezirksbürgermeister Uwe Brockhausen (SPD). Bezirksbürgermeister Uwe Brockhausen teilte mit: „Gerade die hausärztliche Versorgung ist für die erkrankten Menschen unverzichtbar. Über solche Leuchtturmprojekte kann man sich im Rahmen einer Pandemie ganz besonders freuen. Meinen herzlichen Glückwunsch zur Preisverleihung!“

(Text/Foto: Volker Neef)

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Frank Pfuhl
Frank Pfuhl
SDHB Redaktion Berlin

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