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Thomas Seerig, MdA: Inklusion hat für BVG, S-Bahn und Senat geringen Stellenwert 

Foto:/Frank Pfuhl Stimme der Hauptstadt

Thomas Seerig, MdA: Inklusion hat für BVG, S-Bahn und Senat geringen Stellenwert 

Thomas Seerig aus dem Bezirk Steglitz-Zehlendorf ist behindertenpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin. Zudem ist er Mitglied im Präsidium des Berliner Abgeordnetenhauses. Wir sprachen mit ihm über die Barrierefreiheit im Berliner ÖPNV.

Stimme-Der-Hauptstadt: Was können Sie uns aktuell über den Stand bezüglich derBarrierefreiheit im Berliner ÖPNV mitteilen?

Thomas Seerig: „Seit 2009 war klar, dass bis Ende 2021 der ÖPNV vollständig barrierefrei sein muss, da fehlt mir jedes Verständnis, wenn man dieses Ziel trotzdem verfehlt. Dies zeigt deutlich, welchen Stellenwert Inklusion für BVG, S-Bahn und Senat haben – nämlich einen sehr geringen. Die Erfahrungen mit Bauvorhaben in Berlin sprechen eindeutig dafür, dass auch Ende 2024 die wirkliche Barrierefreiheit nicht erreicht sein wird – verlässlich funktionierende Aufzüge, die auffindbar sind, Blindenleitsysteme, Zwei-Sinne-Prinzip bei Informationen und überall „sprechende Haltestellen“.

Stimme-Der-Hauptstadt:  Haben Mitbürger mit Handicap überhaupt eine Lobby in Berlin?

Thomas Seerig: „Es wäre bestimmt besser um die Barrierefreiheit im Öffentlichen Personennahverkehr bestellt, wenn Menschen mit Behinderung sichtbarer und lauter wären, denn nur mit einer stärkeren Lobby für deren Anliegen passiert mehr.“

Stimme-Der-Hauptstadt: Vergessen Menschen ohne Handicap Ihrer Meinung nach zu oft den Aspekt, blitzschnell kann man aufgrund eines Unfalls oder einer Krankheit dann für Barrierefreiheit im Öffentlichen Personennahverkehr sehr dankbar zu sein? 

Thomas Seerig: „Es sollte eigentlich ein Anliegen von ALLEN sein, dass unsere Gesellschaft weniger Barrieren hat. Denn die meisten Behinderungen werden im Laufe des Lebens erworben und sind nicht angeboren. Jeder kann von heute auf morgen, wie Sie es ja gesagt hatten, dazugehören; durch Unfall oder Krankheit. Also heute schon an morgen denken und machen wir also jetzt gemeinsam die Welt frei von Barrieren, damit alle davon profitieren. Engagement für Barrierefreiheit ist also oft vorsorgliches Eigeninteresse.“

Stimme-Der-Hauptstadt: Vielen Dank für das Gespräch. (Text: Volker Neef/Foto: Frank Pfuhl)

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Frank Pfuhl
Frank Pfuhl
SDHB Redaktion Berlin

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