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Sebastian Maack: Obdachlosigkeit in Berlin

Sebastian Maack (Foto: Volker Neef)

Sebastian Maack: Obdachlosigkeit in Berlin

In unserer Serie Obdachlos in Berlin (Hier der Link dazu: https://www.stimme-der-hauptstadt.berlin/obdachlos-in-berlin/

kommen jetzt politisch Verantwortliche zu Wort, die ihre Ideen und Forderungen mitteilen, wie obdachlosen Mitbürgern geholfen werden kann. Wie kommen Obdachlose an eine eigene Wohnung, selbst wenn es nur das möblierte Zimmerchen ist? Wie stellt man regelmäßige Duschmöglichkeiten, ärztliche und zahnärztliche Versorgung, warme Mahlzeiten, Zugang zum Internet, Haareschneiden, Wäschewaschen u. v. a. für die auf der Straße lebenden Menschen sicher? Wir geben ungekürzt die Lösungsvorschläge unserer Gesprächspartner wieder.

Im Bezirk Reinickendorf ist Sebastian Maack (AfD) zu Hause. Er war dort von 2016 bis 2021 Bezirksstadtrat. Seit Herbst 2021 gehört der Diplom-Wirtschaftsingenieur der BVV Reinickendorf an.

Sebastian Maack teilte mit: „Zuerst bitte erlauben Sie mir eine Vorbemerkung.

Obdachlosigkeit gab es schon immer und wird es auch immer geben, wobei sich die Gründe dafür im Laufe der Geschichte stets geändert haben. Aktuell stammen ca. 2/3 aller Obdachlosen in Berlin aus Osteuropa. Obdachlosigkeit ist also zu einem globalen Phänomen geworden. Hintergrund ist, dass es angenehmer ist, in Berlin Obdachlos zu sein, als z.B. in Warschau, Bukarest oder Sofia. Bei einem Teil der ausländischen Obdachlosen handelt es sich aber auch um Arbeitskräfte, die hier irgendwann arbeitslos wurden und keinen Zugriff auf staatliche Unterstützung in Deutschland haben.

Wohnungslose am Kurt-Schumacher-Platz in Reinickendorf (Foto: Frank Pfuhl)

Bei den deutschen Obdachlosen sind es in vielen Fällen psychische Probleme oder Schwierigkeiten auf die bereits niedrigschwelligen Angebote der sozialen Wohnhilfe zuzugreifen. In den letzten Jahren ist allerdings auch die Wohnungsknappheit als zusätzlicher Faktor hinzugekommen.

Wer die Obdachlosigkeit in Berlin reduzieren will, muss diese Faktoren im Blick haben. Je besser die Angebote für Obdachlose werden, desto mehr Obdachlose werden bei aktueller Rechtslage aus ganz Europa nach Berlin kommen. San Franzisko in den USA in den 70er Jahren ist hierfür ein gutes Beispiel.

Lösungsansätze sind durchaus vorhanden! Die beste Sorge für Obdachlose besteht darin, Menschen erst gar nicht in die Obdachlosigkeit abrutschen zu lassen. Dieses Problem muss auf Landesebene gelöst werden und nicht auf Bezirksebene.

Um Obdachlose von der Straße zu holen, müssen die Angebote niederschwellig sein und müssen auch psychische Unterstützung umfassen. Viele Obdachlose haben ihr Vertrauen in die Mitmenschen verloren und haben einen langen Weg vor sich, um überhaupt Hilfe anzunehmen und sich wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Als absolut kontraproduktiv hat sich die Corona-Impfpolitik der letzten Jahre erwiesen, die diese Probleme noch einmal verschärft hat.

In Bezug auf ausländische Obdachlose sind Vereinbarungen mit den Herkunftsländern erforderlich, in denen geeignete Einrichtungen unterstützt werden müssten. In den Herkunftsländern fällt die Sprachbarriere weg, was eine Integration in die Gesellschaft erheblich vereinfacht.

Die AfD setzt sich für einen besseren Schutz vor Wohnungsverlust ein, für die Reintegration von Obdachlosen in die Gesellschaft und gegen die Ausgrenzung nicht geimpfter Obdachloser.

In Reinickendorf hat sich die AfD sowohl in der BVV wie mit konkreten Taten für Obdachlose eingesetzt: 

So haben wir uns in der letzten Legislaturperiode in der BVV über die Jahre für die rechtzeitige Ausweisung einer ausreichenden Anzahl von Kälteplätzen im Bezirk engagiert. Dabei haben wir ein besonderes Augenmerk auf die Situation weiblicher Obdachloser gelegt. Für diese stellt es ein zusätzliches Problem dar, in einem Heim für obdachlose Männer zu übernachten. Daher haben wir auch in den Haushaltsberatungen für den Doppelhaushalt 20/21 eine Verdoppelung der Unterbringungsmöglichkeiten für obdachlose Frauen beantragt.

Mit konkreten Taten haben wir vor Ort geholfen. Im vergangenen Winter mit der Spende von Feldbetten am Franz-Neumann-Platz, im Sommer mit Spenden von Wasserflaschen und Lebensmitteldosen.

In Corona Zeiten haben wir den „Gabenzaun“ am Kastanienwäldchen unterstützt“.

An dieser Stelle bedanken wir uns nochmals bei Herrn Sebastian Maack für seine Ausführungen.

Text: Volker Neef

Fotos: Frank Pfuhl; Volker Neef

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Frank Pfuhl
Frank Pfuhl
SDHB Redaktion Berlin

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