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Schlesische Sprachschmiede – Silesian Language SmithyGedichte – Poems-Buchvorstellung 

Foto: Frieling Verlag

Schlesische Sprachschmiede – Silesian Language Smithy
Gedichte – Poems-Buchvorstellung 

Otto Laske kam 1936 in Niederschlesien zur Welt. 1945 flüchtete er zusammen mit seiner Mutter und Schwester vor der heranrückenden Roten Armee mach Norddeutschland.

Er begann als Philosoph, der in der Tradition der Frankfurter Schule beheimatet ist. Bei Prof. Adorno promovierte er in Frankfurt am Main zum Dr. phil. 

Heute ist er in den USA als Entwicklungspsychologe, Coach, Sozialwissenschaftler und Künstler im Einsatz. Zuvor war er Prof. in Kanada und in den Niederlanden. 

Im November 2021 brachte Otto Laske das Buch „Schlesische Sprachschmiede“ heraus. Es ist im Frieling Verlag zu Berlin erschienen und umfasst 120 Seiten. 

Das Werk ist zweiteilig. Im ersten Teil, zwischen 1953 bis 1968 geschrieben, erlebt der junge Dichter die Welt als brüchig, voller Trauer, fliehenswert, leidenschaftslos, und gezeichnet vom Fehlen einer alles umfassenden Andacht und Versöhnung. Der Flüchtling aus Schlesien versucht sich im westdeutschen Wirtschaftswunder zurecht zu finden. Seine wichtigsten Erfahrungen sind die der ersten Liebe, geheimnisvoller innerer und äußerer Landschaften, Rückkehr des Vaters aus dem russischen Gulag, des Verlassens seiner Religion. Nach dem Verlassen der als erdrückend empfundenen Bundesrepublik zum Zweck musikalischer Studien in den USA, wie im Gedicht „Auswanderung” klar wird, beginnt er ein neues Leben am New England Conservatory of Music, Boston, MA.

Im zweiten Teil, 30 Jahre später geschrieben, begegnen wir einem fünfzigjährigen Deutsch-Amerikaner der seinen schlesischen Ursprung, den Tod der Mutter, Begegnungen mit jüdischen Freunden, eine verlorene Ehe, und Erinnerungen an Norddeutschland bedenkt. Bezeichnenderweise endet das Werk mit dem Titelgedicht „Sprachschmiede”, dem eine Huldigung an die polnische Sprache vorausgeht, die der junge Dichter zu lernen anfing um seinen polnisch geborenen Vater besser zu verstehen. 

Otto Laske (86) hatte ja nur 9 Jahre seines Lebens in Schlesien verbracht, nämlich in der Zeit von seiner Geburt bis zur Flucht.  Drückt man es in Prozenten aus, sind es knapp 10,5 Prozent. Diese rund 10 Prozent haben aber so starke Spuren hinterlassen, dass er sein Werk „Schlesische Sprachschmiede“ genannt hat. Das weist daraufhin, wie prägend Schlesien für ihn gewesen ist und immer bleiben wird. 

Das Buch von Otto Laske „Schlesische Sprachschmiede“ ist im Frieling Verlag zu Berlin erschienen und kostet im deutschen Buchhandel 10 Euro. ISBN 9783828036673. (Text: Volker Neef/Foto: Frieling Verlag)

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Frank Pfuhl
Frank Pfuhl
SDHB Redaktion Berlin

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