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Sankt Martin und die Gans

Leckere Martinsgans (Foto: Frank Pfuhl)

Sankt Martin und die Gans

Am 11.11 ist Martinstag oder auch Martini, das Fest des heiligen Martin von Tours. Dieser Tag ist in Mitteleuropa von vielen Bräuchen geprägt, darunter das Martinssingen, Kinderumzüge mit Martinslaternen und das Martinsgansessen.

Zu dieser Tradition trägt die mittelalterliche Legende der Mantelteilung des jungen Soldaten Martin mit einem Bettler bei. Martin war ein römischer Soldat, der an einem kalten Wintertag an einem hungernden und frierenden Mann vorbeiritt. Der Bettler tat ihm so leid, dass Martin daraufhin mit dem Schwert seinen warmen Mantel teilte und dem Armen die Hälfte schenkte. In der  Nacht erschien Martin im Traum der Bettler mit dem halben Mantel und gab sich als Jesus Christus zu erkennen. Nach diesem Erlebnis ließ sich Martin taufen und im christlichen Glauben unterrichten.

Blick ins Hax´nHaus (Foto: Gaby Bär)

Später baten ihn die Menschen von Tours, ihr Bischof zu werden. Doch der bescheidene Martin hielt sich des Amtes nicht für würdig und versteckte sich – einer Überlieferung zufolge – in einem Gänsestall. Die schnatternden Vögel verrieten ihn allerdings und er wurde doch zum Bischof geweiht. Einer anderen Legende nach waren die Gänse in die Kirche gewatschelt und hatten mit ihrem Schnattern Martins Predigt gestört – zur Strafe wurden die Gänse danach gebraten.

Martin von Tours wurde am 11.11.397 unter großer Beteiligung der Bevölkerung beigesetzt. Und dieses Datum wurde dann zum Gedenktag. Auch Martin Luther wurde an diesem Tag getauft.

Es gibt aber auch eine andere Erklärung zur Martinsgans:  Der 11.11. war der Tag zum  Ende der Pacht- und Dienstzeit und Beginn der Winterwirtschaft, an dem Tag wurden Steuern oder Lehnabgaben fällig. Diese Lehnpflicht bestand oftmals in Form von Naturalien, z.B. aus einer Gans. Dazu ist der 11.11. der letzte Tag vor Beginn der 40-tägigen Fastenzeit vor Weihnachten.

Traditionell wird ab dem 11.11. bei uns die gebratene, knusprige Gans mit Rot- oder Grünkohl mit verschiedenen Kloßvarianten serviert. Am besten mit Vorbestellung beim „Brater“ ihres Vertrauens genießen. Guten Appetit!

(Stimme der Hauptstadt / Text: Gaby Bär / Fotos: Frank Pfuhl und Gaby Bär)

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Frank Pfuhl
Frank Pfuhl
SDHB Redaktion Berlin

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