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Neu im Parlament- Antonin Brousek

Antonin Brousek (Foto: Frank Pfuhl)

Neu im Parlament- Antonin Brousek

Im November 2021 hat sich das Berliner Abgeordnetenhaus konstituiert. Unsere Redaktion hat Abgeordnete aus allen Fraktionen besucht, die erstmals dem Parlament angehören und mit den neuen Parlamentariern gesprochen. 

Antonin Brousek (AfD) kam 1962 in Prag zur Welt. Seit seinem 6. Lebensjahr lebt er in Berlin. Der Volljurist ist Richter vor Beruf und wohnt im Bezirk Schöneberg-Tempelhof. Er ist verheiratet und Vater einer großen Tochter. Er ist fachpolitischer Sprecher für Kultur, Jagd und Forsten seiner Fraktion.

STIMME-DER-HAUPTSTADT: Wir wollen Ihnen nicht zu nahetreten, aber eines darf man doch sicherlich behaupten: Da Sie Richter von Beruf sind, waren es sicherlich nicht die üppigen Diäten, die Sie bewegt hatten, in die Politik zu gehen.  

Antonin Brousek, MdA: „Nein, ganz bestimmt nicht. Zwar wird die Besoldung von Richtern oft ziemlich überschätzt, die Diäten in Berlin sind aber auch nicht gerade üppig. Zuvor hatte ich mehr im Geldbeutel, da haben sie ganz recht. 

Ich bin aber in der Politik, um etwas zu bewegen und nicht um erstmalig regelmäßig ordentlich Geld zu verdienen wie manch ein anderer“.  

STIMME-DER-HAUPTSTADT: Wie waren die Reaktionen von Verwandten, Freunden, Kollegen und Nachbarn, als sie gehört hatten, sie kandidieren nicht nur für die AfD, Sie sind sogar ins Parlament eingezogen? Nebenbei bemerkt: Sie sind der einzige Neuling in der AfD-Fraktion. Wie haben die „alten Hasen“ Sie aufgenommen?

Antonin Brousek, MdA: „Die Reaktionen von Familie, Freunden und Kollegen waren ganz überwiegend negativ. Manche hörten völlig auf mit mir zu kommunizieren, mich zu grüßen, manche haben mich offen beschimpft. Ich wurde behandelt, als hätte ich mich dem Teufel verschrieben. Ich hatte das in der Intensität nicht erwartet. 

Meine Fraktionskollegen hingegen haben mich ganz überwiegend positiv und menschlich sehr nett aufgenommen“.

STIMME-DER-HAUPTSTADT: Wir drehen die Zeit bitte einmal 4 Jahre weiter. Diese Legislaturperiode wird voraussichtlich 2026 beendet sein. Was wollen Sie bis dahin als Volksvertreter alles bewirkt haben?

Antonin Brousek, MdA: „Diese Frage ist auch für mich zentral. Ich weiß, dass man als eigentlich einzige Oppositionspartei fast nichts bewegen kann. Ich möchte den anderen Parteien im Abgeordnetenhaus aber zumindest zeigen, dass man mit der AfD politisch reden kann, dass wir keine Nazis und Menschenfresser sind, wie diese sich das teilweise leider vorstellen. 

Ich will durch gute Sacharbeit in den Ausschüssen beweisen, dass wir auch fachlich kompetent sein können und im Gegensatz zur Gegenseite nicht voller Hass sind gegen den politischen Gegner“.

STIMME-DER-HAUPTSTADT: Haben Sie eigentlich noch Zeit für ein Hobby? Wenn ja, was unternehmen Sie in Ihrer sicherlich sehr knapp bemessenen Freizeit?

Antonin Brousek, MdA: „Freizeit ist leider ein Problem. Mein Leben war zuvor berechenbarer und bequemer, da haben Sie recht.

Mein Lieblingshobby ist es, auf dem Diwan zu liegen und Romane zu lesen. Wenn ich mich aufraffen kann, fahre ich in mein Jagdrevier im Ruppiner Land. Dort ist es wunderschön, ich pirsche mit dem Gewehr durch den Wald, schieße aber fast nichts, weil es mir eher um den Naturgenuss als um Trophäen geht“.

STIMME-DER-HAUPTSTADT: Ein Berliner Bürger möchte Sie in Ihrer Eigenschaft als Abgeordneter kontaktieren. Wie kann man Sie erreichen?

Antonin Brousek, MdA: „Die Bürger erreichen mich am besten unter meiner Mailanschrift: Brousek(at)afd-fraktion.berlin 

Jeder kann sich ruhig an mich wenden. Ich speise keinen mit Phrasen oder Floskeln ab“.

STIMME-DER-HAUPTSTADT: Vielen Dank für das Gespräch.

(Text: Volker Neef/Foto: Frank Pfuhl)

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Frank Pfuhl
Frank Pfuhl
SDHB Redaktion Berlin

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