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Mit der MSC Seaview zu den Metropolen der Ostsee 

MSC Seaview (Foto: Udo Horn)

 Mit der MSC Seaview zu den Metropolen der Ostsee 

Reiseeindrücke von Udo Horn 

Kiel, 3. Juli Ankunft gegen 14.00 im Kieler Hafen. 

Meine erste größere Kreuzfahrt nach dem weltweiten Kreuzfahrt-Stopp kann beginnen. 

Mit der MSC Seaview steige ich auf eines der innovativsten und modernsten Schiffe des Unternehmens auf. Mit dem voll ausgestatteten Terminal und dem dazugehörigen Liegeplatz im Ostuferhafen haben die Gäste von Kreuzfahrtreisen einen perfekten Start in einen sicheren und entspannten Kreuzfahrturlaub. 

Nach einer langen Phase des Kreuzfahrtstopps können die Gäste von MSC Cruises endlich wieder vollumfängliche Kreuzfahrten ab Deutschland genießen – mit geschützten Landausflügen und allen Sicherheitsmaßnahmen, die durch das branchenführende Gesundheits- und Hygieneprotokoll von MSC Cruises garantiert werden. Auf der 7-Nächte-Kreuzfahrten ging es von Kiel aus zu den märchenhaften Landschaften Gotlands (Visby) sowie den baltischen Metropolen Stockholm (Nynäshamn) und Tallinn. 

Entspannt und bei ruhiger See beginnt mein erster Tag an Bord. Es bleibt also genügend Zeit, sich das Schiff von allen möglichen Positionen aus zu betrachten und zu bestaunen. 

Zum Schiff 

Mein kurzfristiges „Zuhause auf See“ wurde 2018 in Dienst gestellt und hauptsächlich für warme Fahrtgebiete, wie zum Beispiel für den Einsatz in der Karibik konzipiert. Das Schiff, mit seinen 323 Meter Länge und 41 Meter Breite, bringt seine Gäste wieder näher ans Meer heran. Mit einem Heck-Pool auf Deck 7, einer breiten Promenade und einer sehr offenen Gestaltung der Innenräume wirkt das Schiff insgesamt sehr großflächig. 

Das Schiff schafft eine einzigartige Verbindung zwischen Gästen und Meer, etwa durch die nahezu 360 Grad umfassende Promenade dicht bei der Wasserlinie, Panorama-Lifte oder spezielle Kabinentypen mit großzügigen Outdoor-Bereichen 

Die Seaview ist nahezu baugleich mit der MSC Seaside. Kennzeichnend von außen ist der SUNSET BEACH POOL am Heck des Schiffes mit den verglasten Panoramaaufzügen. Diese fahren direkt auf Deck 16 zur „BRIDGE of SIGHTS“. 

Dieser gläserne Steg am Heck des Schiffes wurde als ultimativer Aussichtspunkt des Schiffes konzipiert und ist in 40 Metern Höhe zum Ort für das perfekte Foto geworden. Wagemutige, die nach einem außergewöhnlichen Abenteuer suchen, flitzen auf einer 105 Meter langen Zip-Line über das gesamte Oberdeck bis zur Ziellinie am Heck des Schiffes. 

Das Schiff ist auch in den Innenbereichen eine Entdeckungsreise wert. Das beeindruckende Atrium, das sich über drei Decks erstreckt, mit Swarovski-Treppen verbunden ist und von den Fenstern mit Licht gefüllt werden, ist das Herzstück und der zentrale Mittelpunkt. Drei große LED-Bildschirme sowie Balkone über der Bar, dienen den Gästen zur Unterhaltung, die in diesem Bereich den ganzen Tag über und bis in den Abend hinein stattfindet. 

Zwanzig Decks hat dieses „Sonnenschiff“ und ist damit rund 72 Meter hoch. 1413 Crewmitglieder und 5331 Passagiere können mit dem Schiff zur See fahren. Während meiner Erstreise ab Kiel am 3. Juli waren es weitaus weniger Gäste, jedoch aber nur ein Drittel weniger Crewmitglieder. Gründe dieser Entscheidung waren sicherlich die Absicherung der wesentlich erweiterten Hygeniemaßnahmen in allen Bereichen des Schiffes. 

MSC Seaview. (Foto: Udo Horn)

In allen öffentlichen Bereichen stehen den Gästen 10,5 Quadratmeter pro Passagier zur Verfügung. 2066 Kabinen hat das Schiff, 1314 davon haben einen eigenen Balkon. 

28 der Balkonkabinen haben sogar einen eigenen Pool. Besonderes familienfreundlich sind die Modular-Kabinen, die auch für große Familien mit bis zu zehn Reisenden gemeinsam genutzt werden können. 

Die Gewichtung des Raumangebotes wurde, gegenüber den vorhergehenden Schiffen – neu konzipiert. So hat das ODEON-Theater nur 934 Sitzplätze. Für ein Schiff mit Platz für über 5000 Reisende eine auffallend geringe Zahl. Das Theater ist außerdem mittig im Schiff und breitet sich in der Höhe auch nur auf zwei Decks aus. Der Grundliegt eher daran, dass das Schiff, wie bereits am Anfang erwähnt, den Schwerpunkt auf seine Außenaktivitäten und dem Einsatzgebiet Karibik legt. 

Die Promenade ist aber auch der Ruhepol des Schiffes mit vielen gemütlichen Sitzecken und Liegestühlen. Lebhafter geht es – auch trotz verschärfter Gesundheitsbestimmungen – dagegen am POOLDECK zu. Hier gibt es eine über 100 Meter lange Zipline-Seilrutschen, (leider war sie während meiner Reise nicht im Betrieb) einen kombinierten Wasser- und Kletterpark, rasante Wasserrutschen und die spektakuläre Glasbodenbrücke – auch Seufzerbrücke genannt – auf Decks 16 mit direktem Blick hinab zum Pool neun Decks tiefer. 

Exzellent, wenn auch nicht gerade günstig (von 25 – 45 Euro Zuzahlung pro Person), sind die Spezialitätenrestaurants wie das Ocean Cay, das Steackhouse und die Asian Market Kitchen, die teils in Kooperation mit Sterneköchen konzipiert wurden. 

Ganz neu gestaltet ist der Suitenbereich MSC Yacht Club. Die Aussichtslounge mit freiem Blick nach vorn ist hier zwei Decks hoch, das Restaurant auf einem etwas zurückversetzten Balkon ist in der oberen Ebene integriert. Noch ein Deck höher liegen der exklusive Pool und das Yacht-Club-Sonnendeck. Eigene Fotos kann ich Euch leider nicht zeigen, da ich doch für eine andere Passagierklasse eingebucht hatte. 

Hej Stockholm! 

Die schwedische Hauptstadt heißt uns am sehr frühen Morgen des vierten Reisetages gegen sechs Uhr mit einer tollen Einfahrt in die Schären bei super Wetter Willkommen. Ich kann es kaum erwarten, das Venedig des Nordens ein wenig zu erkunden. 

Stockholm wird wohl einer der Höhepunkte meiner Reise werden. Die Stadt verteilt sich auf 14 Inseln, die durch 53 Brücken verbunden sind. Etwa ein Drittel der Stadt sind Wasserflächen. Die etwa 55 Seemeilen (etwa 100 km) ins Landesinnere eingerückte Lage von Stockholm macht die An- und Abreise per Schiff besonders interessant. Denn die Stadt ist von circa 24.000 Inseln, Schären genannt, umgeben. Die meisten dieser Inseln sind unbewohnt oder sind nur mit einem kleinen Häuschen und einem Bootssteg bebaut. 

Vom Hafen in Nynashämm fahren wir zirka 45 Minuten mit dem Bus zur Innenstadt in Stockholm. Um sich einen allgemeinen Eindruck dieser faszinierenden Weltmetropole zu machen, habe ich mich für eine Panaromafahrt durch Stockholm entschieden, wohlwissend, dass ich dabei nur einen kleinen Teil dieser Metropole gesehen und erleben konnte. 

Im gesamten Großraum leben ca. 2,3 Millionen Menschen. Zu entdecken gibt es eine Unmenge an Sehenswürdigkeiten: Zum Beispiel das historische Stadtzentrum auf der Insel Gamla Stan oder das Stadshus Stockholm, welches als das Rathaus der schwedischen Hauptstadt dient. Außerdem warten in Stockholm viele verschiedene Museen auf interessierte Besucher. Auch das Skansen Freiluftmuseum, Museum für moderne Kunst oder das Nationalmuseum sind auf jeden Fall einen Besuch wert. 

Stockholms großes Glück ist, dass das einst konfliktfreudige Schweden mehr als 200 Jahre lang nicht mehr in den Krieg gezogen ist und die Stadt auch die beiden Weltkriege fast ohne Schäden überstanden hat. So blieben viele alte Gassen, prachtvolle Paläste, Kirchen und Schlösser erhalten. 

Die Lage ist es, die St. So einzigartig macht. Es sind meist nur wenige Schritte – und man ist wieder am Wasser. 

Rund um das Rathaus – unser Ausgangspunkt für eine einstündige Entdeckung der näheren Umgebung – plätschert Wasser. Das ist kein Zufall, denn der Architekt Ragnar Östberg war von seinen zahlreichen Studienreisen in Venedig und den venezianischen Palästen begeistert und wollte St.. Vergleichbares schaffen. 

Zahlreiche historische und einmalige Ausflugsboote und Schärendampfer fahren entlang der verwinkelten Wasserwege. Die schwedische Hauptstadt liegt eingebettet in Wäldern malerisch 

zwischen Mälarsee und Ostsee, von der sie ein Schärengarten aus tausenden Inseln und Felsenbauten trennt. Schlösser, Prachtbauten, Museen und eine lebendige Kulturszene sorgen für eine sehr hohe Lebensqualität. Es ist für mich ein wahrer Hochgenuss, diese Stimmung mit allen Sinnen aufzunehmen. 

Leider drängt unser charmanter Reiseleiter, vorerst Abschied von diesen Eindrücken zu nehmen, denn die fast 1-stündige Rückfahrt zum Schiff muß noch zeitlich eingeplant werden, zumal auch in Stockholm bei dieser späten Nachmittagszeit mit zunehmenden Feierabendverkehr zu rechnen ist. 

Gern hätte ich noch viel mehr gesehen und erlebt, zum Beispiel die GAMLA STAN – das historische Zentrum von St. oder das schwedische Schifffahrtsmuseum mit seinem wohl berühmtesten Schiff seiner Zeit, der WASA, oder das ABBA – Museum oder den ersten urbanen Nationalpark der Welt, der EKOPARKEN oder, oder…. 

Die Liste meiner Wünsche ist lang, nun aber ist es Zeit in den Bus zu steigen und vorerst Abschied zu nehmen, von dieser beeindruckenden Weltmetropole Stockholm. 

Erholung auf See 

Nach den intensiven Eindrücken der letzten Tage kommt für mich ein erneuter Seetag genau richtig. Ich kann das Erlebte in Ruhe reflektieren, mich an den Pools entspannen und einfach nur die Vorzüge meines derzeitigen Hotels auf See genießen. Der Abend wird wieder sehr abwechslungsreich, da man sich bei zahlreichen künstlerischen Vorträgen oder anderen Unterhaltungseinlagen berieseln lassen kann, um dann entspannt in die Kabine zu verschwinden. 

Mein nächstes Etappenziel der Reise –Tallinn, die Hauptstadt von Estland. 

Die mögliche Auswahl an den gebotenen Ausflugsprogrammen ist sehr vielfältig. Sie reichen von der Besichtigung der gotischen Schätze von Tallinn bis Kunst und Architektur der Stadt. 

Ich habe mich für eine fast 4-stündige Panoramafahrt entschieden. Das diese Entscheidung die richtige wahr, wird mir kurz vor Ende der Tour bewußt. Dazu aber später mehr. 

Zu Sowjetzeiten war es grau und verfallen. Heute ist Tallinn ein Juwel. 

In Tallin liegen Modernität und historische Umgebung nahe beieinander – vor allem geografisch. In der 500.00-Einwohner-Stadt ist es ein Katzensprung vom Geschäftszentrum der Stadt mit ihren zahlreichen „Wolkenkratzern“, modernen Hotels, luxuriösen Restaurants und Einkaufszentren bis zur mittelalterlichen Altstadt, eines der am besten erhaltenen hanseatischen Stadtzentren der Welt.600 Jahre lang galt in der Hansestadt, die einst Reval hieß, das sogenannte Lübecker Recht. Eine Epoche, die heute gefeiert wird. 

Das moderne Tallinn hat sich rund um die Altstadt entwickelt und besteht aus städtischen Wohnblocks im modernen und sowjetisch geprägten Stil sowie einem wachsenden Stadtzentrum. Die meisten Gebäude stammen aus dem 20. Oder 21. Jahrhundert, jedoch sind auch immer wieder Holzhäuser aus dem 19. Jahrhundert zu sehen. 

Vor allem die gut erhaltene Ganzheit und Struktur sind es, die die Altstadt Tallinns auszeichnen und ihre Stellung als UNESCO-Weltkulturerbe rechtfertigen. Die mächtigen Schutzanlagen aus dem Mittelalter haben Tallinn vor Zerstörungen geschützt. Und auch von massiven Umbauten ist die Altstadt verschont geblieben. 

Dementsprechend gibt es viele Sehenswürdigkeiten, angefangen beim Schloss auf dem Domberg über den malerischen Rathausplatz bis zur Domkirche St. Marien. Ohnehin bietet sich auf dem Domberg ein toller Ausblick über die Stadt. 

Mein Fazit dieses 3-stündigen Ausfluges – Um den Charme und die Schönheit der Altstadt von Tallinn zu entdecken, gibt es keinen besseren Weg als einen Spaziergang entlang der Straßen und Denkmäler. 

Leider hatten wir als kleine Reisegruppe nicht ausreichend die Zeit mehr kennenzulernen, denn zeitliche Zwänge des Reiseveranstalters und des zunehmenden Dauerregens starken und Gewitterausbrüche verkürzten eine ausgedehnte Rundreise, so dass ich bestimmt noch einmal zu dieser beeindruckenden Stadt zurückkommen werde. Gern auch bei wesentlich mehr Zeit und vielleicht auch besserem Wetter. 

Kiel – Ausschiffung, Abreise 

Obwohl die Schiffsfreigabe für Passagiere in Kiel erst für 10 Uhr geplant war, mussten alle Gäste die Kabinen bereits bis 8 Uhr freigeben. Meine Koffer wurden schon in der Nacht zuvor zur Ausschiffung abgeholt. 

Wie schon am Abfahrtstag, zeigte sich das Wetter in Kiel wieder von seiner Sonnenseite. Da Samstag war, begleiteten uns bereits weit vor der Kieler Förde viele kleine Segel- und Motorboote auf unserem Weg. Durch das schöne Wetter konnte man die letzten Stunden bis zur Ausschiffung entspannt auf dem Sonnendeck verbringen. Das Ausschiffen ging im Gegensatz zum Check-In am ersten Urlaubstag sehr zügig und war hervorragend von der Verantwortlichen an Bord und Land geplant. 

Schnell vergingen die sieben Tage an Bord, meiner Meinung nach einfach zu schnell. Aber so urteilt wohl jeder, der eine entspannte und von den Reisezielen her betrachtet, interessante Reise erleben konnte. 

In jedem Fall werde ich die beiden besuchten Metropolen der Ostsee später noch einmal besuchen, aber das ist schon wieder eine andere Geschichte. 

Text: Fotos: Stimme der Hauptstadt / Udo Horn Redaktion Rostock

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Frank Pfuhl
Frank Pfuhl
SDHB Redaktion Berlin

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