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Menschen mit Spuren und ihre Wege durch die Krise. Folge 9: Dennis Wrba

Dennis Wrba, Foto: Joachim Skambraks 

Menschen mit Spuren und ihre Wege durch die Krise. Folge 9: Dennis Wrba

Gespräch mit Dennis Wrba, Hoteldirektor und Geschäftsführer Parkhotel Wallgau, Präsident des SKAL-Club Garmisch-Partenkirchen e.V. und leidenschaftlicher Golfspieler. www.parkhotel-wallgau.de

MMS: Wie hinterlässt du aus deiner Sicht Spuren? 

Dennis Wrba: Es ist immer etwas schwierig sich selber einzuschätzen, wo man Spuren hinterlässt. Ich denke durch glückliche Gäste, durch Mitarbeiter, die man schon viele Jahre kennt, auch wenn sie nicht mehr hier arbeiten. Das hinterlässt Spuren oder auch durch das eigene Leben, wo man so reist, wo man hinkommt, wo man arbeitet, hat man sicherlich die eine oder andere Spur hinterlassen. 

MMS: Schon eineinhalb Jahre gibt es eine Pandemie, Krise oder Lockdown. Wie hat sich das auf dich persönlich und geschäftlich ausgewirkt? 

Dennis Wrba: Das war nicht einfach. Ich meine diese Corona-Zeit hat alle sehr bewegt auch uns als Betrieb oder mich als Person. Es war eine sehr schwierige Zeit. Wenn sie ein Hotel erleben, in dem keine Gäste sind, wo das Licht aus ist, wo es kalt wird, jedes Knarren, jedes Quietschen. Sie sind ganz allein und sie müssen jeden Tag trotzdem motiviert ins Geschäft gehen, versuchen Gäste zu akquirieren. Vielleicht die Stammgäste mal anrufen wie es ihnen geht, zu hören, wo vielleicht doch der eine oder andere jemanden verloren hat oder in der Corona-Zeit auch krank wurde. All das nimmt einen schon sehr mit. Dass wir auch diese lange Zeit erlebt haben das war eine ganz schwierige Phase. 

MMS: Was hat es den privat bei dir gemacht? 

Dennis Wrba: Ja, privat war es eigentlich eine ganz interessante Herausforderung. Man ist ja sozusagen von 150 Prozent auf null gefallen oder fast auf null. Von fast sechs Tage-Woche im Hotel plötzlich auf eine fünf Tage-Woche ohne wirklich etwas zu tun. Das ist schon etwas ganz neues für mich. Dazu das Leben neu zu erleben oder zu gestalten war schwierig. Aber ich habe das beste daraus gemacht. 

MMS: Es gibt ja so verschiedene Methoden, Techniken oder Handlungsweisen, wie wir besser durch so eine Zeit kommen. Was hat dir geholfen? 

Dennis Wrba: Erst einmal positiv bleiben. Das ist so das glückliche Händchen, das ich habe, dass ich prinzipiell erst mal positiv bin. Gerade so eine Krise, in der man sagt, was macht man. Ich gehe trotzdem arbeiten, das hat mir sehr geholfen, dass ich eine Beschäftigung habe. Man versucht sich für die Mitarbeiter einzubringen und zu schauen, wo kann man unterstützen, wo kann man helfen. Familien mit Kindern haben es natürlich wesentlich schwerer in dieser Phase, wie wir jetzt als alleinstehende Unternehmer vielleicht. Auf der anderen Seite hat man dann den Sport gesucht. Bei mir war es vielleicht ganz lustig dass ich gesagt habe, okay ich möchte gerne Sport machen und plötzlich lande ich bei lateinamerikanischer Musik und lerne Salsa. 

Dennis Wrba, Foto: Joachim Skambraks 

MMS: Menschen mit Spuren beschäftigt sich auch mit dem Thema Kunst, Kultur, Theater, Musik oder Literatur. Was aus diesem Bereich hat dir auch einen kleinen Kick gegeben, dass es besser geht? 

Dennis Wrba: Ich habe natürlich schon die ruhige Zeit auch genutzt um die Dinge zu tun die ich eher selten mache. Nämlich lesen. Ich habe ein Buch begonnen „China First“, ein sehr schönes und interessantes Buch über die Wirtschaft und die Macht Chinas auf der Welt. Ein Thema, das mich immer interessiert ist Wirtschaft. So ist auch mein Interesse an gewissen Finanzzeitschriften geweckt. Natürlich der Finanzmarkt und die Wirtschaft und wie das zusammen hängt, ist für mich ein ganz spannendes Thema. Das habe ich schon vor der Corona-Krise gemacht und während der Zeit noch intensiver. 

MMS: Was aus dem Bereich Kunst oder Kultur gibt es noch, das dich inspiriert hat? 

Dennis Wrba: Prinzipiell, was als Inspiration galt, war einfach die Musik. Ich habe dann schon gemerkt, dass die lateinamerikanische Musik mir irgendwie auch im Blut liegt. Es hat mir sehr viel Freude gemacht, diese Musik zu hören. Es gibt ein ganz anderes Feeling. Man hat das Gefühl, man liegt ein bisschen am Strand. Man hat Sommer, Sonne und Cuba Libre. Es war schon ein positives Erlebnis für mich, diese Musik erleben zu dürfen und ich höre sie auch heute noch. 

MMS: Auch du beschreibst, dass es durchaus eine Art von Auszeit war, in der man auch ein bisschen zur Ruhe gekommen ist. Solche Zeiten haben auch die Chance, dass etwas Neues geschaffen wird, eine Innovation oder eine Transformation entsteht. Was hat sich da bei dir bewegt? 

Dennis Wrba: Naja, da muss ich jetzt ganz ehrlich sagen: nicht so viel für die Transformation. Aber ich habe schon auch die Zeit genutzt um auch Sprachen zu lernen oder noch mal über das Leben nachzudenken. In meinem Alter ist man ja auch an so einem Punkt, an dem man sich fragt: Wie geht es jetzt weiter? Was passiert noch? Da war natürlich sehr viel Zeit, sich nochmal zu reflektieren und auch mal wieder mit Freunden zu telefonieren und mit der Familie, all das wäre vielleicht während der Arbeitszeit nicht möglich gewesen. Einfach auch für die Zukunft Freundschaften zu pflegen und für die Familie da zu sein. Da konnte ich einfach noch mal einen Focus nach Vorne setzen. 

MMS: Herzlichen Dank für das Interview. 

Fotos und Interview: Joachim Skambraks, Stimme der Hauptstadt.Berlin, Redaktion München 

 

Hier finden Sie den Link zum Video: 

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Frank Pfuhl
Frank Pfuhl
SDHB Redaktion Berlin

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