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Menschen mit Spuren und ihre Wege durch die Krise. Folge 6: Martina Fuchs

Martina Fuchs, (Foto: Joachim Skambraks)

Meine Gesprächspartnerin ist Martina Fuchs, Potenzialcoach. Sie ist Expertin, Coach und Berater für Chance Management und Chance Experience. Darüber hinaus engagiert sie sich ehrenamtlich im Business-Netzwerk BmeetsB und bringt Menschen und Unternehmer zusammen. 

www.potenzial.coach 

MMS: Wie hinterlassen Sie aus ihrer Sicht Spuren? 

Martina Fuchs: Ich würde natürlich gerne berufliche Spuren hinterlassen, denn ich bin gelernte Wirtschaftsmediatorin und Kommunikationstrainerin und Potenzialcoach. Es geht mir darum, beim Menschen Spuren zu hinterlassen in dem Sinne, dass sie ihre eigenen Talente entdecken und auch weiter entwickeln und genauso in Unternehmen in ihren Veränderungsprozessen ihre eigenen Potenziale wecken und nutzen. Wenn ich das anregen kann, wenn ich dazu den Impuls geben kann, dann sind das schöne Spuren, die ich gern hinterlasse. 

MMS: Sie unterscheiden zwischen Change Management und Change Experience. Können Sie bitte in ein oder zwei Sätzen den Unterschied erläutern? 

Martina Fuchs: Change Management setzt voraus, dass ich bestimmte Tools oder Techniken einsetze, um von außen eine

Veränderung zu steuern. Letztendlich sind aber Veränderungen etwas, das von innen heraus, ein natürlicher dynamischer Prozess, sowohl in Unternehmen als auch in uns selbst. Jeden Tag entwickeln wir uns ein Stück weiter. Das ist wie eine stetige Selbsterneuerung. Veränderung bedeutet Bewegung. Und etwas, das in Bewegung ist, ist lebendig. Deshalb finde ich Change positiv, ja sogar lebensnotwendig. 

Martina Fuchs, Foto: Joachim Skambraks 

MMS: Wenn wir die letzten eineinhalb Jahre zurückblicken, wir erlebten Krise, Pandemie, Lockdown. Wie ist es da Ihnen gegangen und was hat das mit Ihnen gemacht? 

Martina Fuchs: Ich glaube, es hat sich auf jeden von uns sowohl beruflich als auch privat auswirkt. Privat sicherlich bei mir auch im Umfeld, zum Beispiel bei meiner Mutter sie ist Pflegefall, dann Lockdown im Pflegeheim. Die Betreuung und Versorgung war dadurch sehr schlecht. Beruflich habe ich jetzt gelernt auch mit Zoom umzugehen und meine ersten Webinare oder Zoom Live-Meetings durchzuführen, wo vorher einfach nicht die Notwendigkeit dazu war. Finanziell gab es natürlich auch Auswirkungen. Eine für mich positive Veränderung war, dass ich unglaublich viel Neues gelernt habe in dieser Zeit. Ich habe mir wirklich neue Fähigkeiten angeeignet, mich mit Themen auseinander gesetzt, die ich vorher nicht so auf dem Schirm hatte. 

MMS: Krisen sind eine Herausforderung, mit denen wir umgehen können. Was an Techniken, Denkweisen oder Inhalten hat Ihnen vielleicht geholfen da besser durchzukommen? 

Martina Fuchs: Zu allererst möchte ich sagen, dass Einstellung und Denkweise das Wichtigste sind. Mein Mindset entscheidet darüber, ob ich etwas als Stolperstein oder Sprungbrett sehe. Wie gehe ich an Dinge heran? Denn das Erlebte sowie bei Change Experience ändert sich nicht dadurch, dass ich es positiv oder negativ bewerte. Das Erlebnis ist das gleiche. Die Frage ist, wie gehe ich damit um? Für michselbst kann ich auch überlegen: Welche Fähigkeiten möchte ich gerne ausbauen? Welche Talente habe ich und möchte ich gerne weiterentwickeln? Wofür und zu welchem Nutzen für Andere? Gemeinsam mit anderen Sinn stiften ist oft wiederum das, was mir dann Stärke gibt und Befriedigung gibt und Stolz. 

Martina Fuchs, Foto: Joachim Skambraks 

MMS: Lassen sie uns über den Bereich Kunst, Musik, Theater, Kultur sprechen. Was aus diesem Bereich hat ihnen auch ein wenig geholfen, besser durch die Zeit zu kommen? 

Martina Fuchs: Aus diesem Bereich spontan würde ich sagen: Das Thema Sprache. Ich lerne japanisch und mache das auch online, wenn die Kurse selbst nicht stattfinden. Außerdem hat sich über das Netzwerk nebenan.de eine Gruppe gebildet. Das ist ein nachbarschaftliches Netzwerk, wo ich mein Spanisch regelmäßig trainieren kann. Ansonsten, muss ich sagen, ist Sport für mich der Faktor um Spannungen abzubauen um auch mein Mindset wieder positiv zu stimulieren. Also Sport und Sprachen um es auf den Punkt zu bringen. 

MMS: Kreise und Lockdown haben auch die Chance, dass etwas Neues entsteht. Was an Innovation oder Transformation ist bei Ihnen entstanden? 

Martina Fuchs: Chance, definitiv ja. Allein dadurch, dass ich Dinge jetzt bewusster wahrnehme, auch bewusster Veränderungen gestalte, anrege bzw. auch selbst wahrnehme. Ich nehme als Beispiel bewusst zuhören oder bewusst anderen Menschen Freude machen. Ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Aufmerksamkeit wirklich voll und ganz schenken. Also wirklich diese Präsenz. Blickkontakt, ich bin demjenigen vom Körper her zugewandt. Ich neige mich vielleicht auch ein wenig entgegen oder habe eine offene Körperhaltung. Ich signalisiere durch zum Beispiel ein Nicken oder auch einen Kommentar: Ja, ich bin jetzt komplett bei dir. Das bedeutet, ich mache es nicht nebenher irgendwie. Sondern ich bin wirklich da. Am besten stellt man sich vom Gefühl her vor, dass man eine Herzensverbindung schafft. Diese Schärfe dafür, das stärker heraus zu kristallisieren, das war für mich ein Stückchen Transformationsprozess. 

MMS: Liebe Frau Fuchs, vielen Dank für Ihre offenen, ehrlichen und inspirierenden Antworten. 

Text und Interview: Joachim Skambraks, Stimme der Hauptstadt.Berlin, Redaktion München 

Hier finden Sie den Link zum Interview auf Video: 

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Frank Pfuhl
Frank Pfuhl
SDHB Redaktion Berlin

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