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Menschen mit Spuren und ihre Wege durch die Krise. Folge 17: Kajetan Brandstädter

Kajetan Brandstädter, Foto: Joachim Skambraks 

Gespräch mit Kajetan Brandstädter ist ein unglaublicher Netzwerker. Er verfügt über viel Erfahrung aus seinem Wirtschaftsleben, aus Vertrieb und Marketing. Jetzt bringt er Unternehmen und Unternehmer zusammen. Mit außergewöhnlichen Veranstaltungen und wertvollen Netzwerkideen. Sein Podcast ist auch ein Videocast. Und hat es innerhalb von nur wenigen Monaten ganz nach oben in der Kategorie Wirtschafts-Podcasts geschafft. 

www.bvmw.de/wirtschaftsregion-muenchen

www.podcast-mittelstand.de

MMS: Wie hinterlässt du aus deiner Sicht Spuren? 

Kai Brandstädter: Im Mittelstand. Kurz und knapp im Mittelstand, weil hier ist meine Devise: Geschäfte werden zwischen Menschen gemacht. Ich bringe Menschen zusammen. 

MMS: Was machst du genau? 

Kai Brandstädter: Viele kleine Beispiele sind ganz wichtig. Erstens machen wir viele Veranstaltungen, weil der persönliche Austausch immer sehr wichtig ist. Dann auch das aktive Empfehlungsmanagement, das heißt, wenn jemand zu mir kommt und sagt, ich suche einen guten Anwalt, ich suche einen guten Trainer oder Coach oder ich suche einen Hersteller für Autoteile, dann nutze ich meine Kontakte, meine Beziehungen. Die richtigen Leute führe ich dann zusammen. 

MMS: Wie haben sich Lockdown und Pandemie auf dich und dein Leben ausgewirkt? 

Kai Brandstädter: Das Allerschlimmste ist einfach, wenn man so dasitzt wie das berühmte Kaninchen vor der Schlange und nur sagen kann: Das wird schon vorüber gehen. Es geht nicht so einfach vorüber. Du musst etwas tun. Letztes Jahr am 13. März 2020 habe ich das gemacht, was ich immer schon tun wollte. Ich habe gesagt, jetzt mache ich Webinare. Im Normalfall mache ich 50 bis 60 Veranstaltungen im Jahr vor Ort und wenn alles abgesagt wird und es dann plötzlich heißt, du darfst nichts mehr machen, dann trifft einen das hart. Da sitzt mann dann auch einmal für zwei oder drei Stunden da und sagt: Wie geht es jetzt weiter? Aber dann habe ich angefangen zu suchen, welche Software nehme ich und habe knallhart zwei, drei Tage später die erste Online-Veranstaltung gemacht. Die habe ich dann auch durchgezogen. 

MMS: Der Lockdown war für viele auch eine Art Auszeit. Hat sich in seinem Privatleben auch etwas verändert? 

Kai Brandstädter: In meinem Privatleben Gott sei Dank nichts Negatives. Ich habe schon immer Home Office gehabt. Ich bin meiner Frau nicht auf den Geist gegangen. Wichtig ist, ich habe noch ein richtiges Büro zu hause. Das ist kein großer Luxus, aber immerhin 16 oder 17 Quadratmeter, wo ich dann einen Schreibtisch und alles habe. Ich sitze also meiner Frau nicht jeden Tag in der Küche auf dem Schoß und falle ihr zur Last. Sondern ich habe wirklich ein Büro gehabt und ganz normal weitergearbeitet. 

MMS: Auch bei dir war, ich sage mal, geschätzt 80 Prozent deines Business kaputt und du konntest  keine Veranstaltungen machen. Wenn man so im Grübeln ist, welche Techniken, Ideen oder Handlungsweisen haben dir ein bisschen geholfen, durch dieses Tal zu kommen? 

Kai Brandstädter: Ich muss ganz klar sagen, ich schließe auch Mitgliedschaften im Wirtschaftsverband, dem BVMW, ab. Meine Stärke ist, vor Ort die Menschen zusammenzuführen. Es sind deutlich weniger neue Mitglieder entstanden. Wir haben versucht, das durch die ganzen Veranstaltungen zu überbrücken, die man vor Ort nicht machen konnte, und sie eben ins Internet gebracht. Zusammen mit einer Redneragentur haben wir gute Impulse durchs Internet gebracht. Auch die haben gesagt, das gefällt uns. Andere Beispiele sind unser Business Pitch oder unser Business Treffen im Internet. So habe ich die Zeit genutzt, neue Ideen vorwärts zu bringen. 

MMS: Wenn wir den Bereich Kunst, Kultur, Literatur oder Musik anschauen, was aus diesem Bereich hat dir auch ein Stück weit geholfen, besser durch die Zeit zu kommen? 

Kai Brandstädter: Ganz eindeutig, wir gehen zum Beispiel regelmäßig in den Quatsch Comedy Club. In der Zwischenzeit haben wir uns die Videos auf YouTube angeschaut. Wir haben teilweise diesen Kanal mehr genutzt, um uns zu informieren, was die Leute machen. Oder Kunst und Kultur: Ich habe auch eine schöne Operette über CD angehört. Das ist mittlerweile nicht mehr so modern, aber trotzdem schön. Bei einem guten Rotwein sich einmal hinsetzen und etwas Gutes hören, hilft auf jeden Fall weiter. 

Kajetan Brandstätter, Foto: Joachim Skambraks 

MMS: Hast du einen Buch Tipp für unsere Leser? 

Kai Brandstädter: In „Die vier Stunden Woche“ von Timothy Ferris geht es nicht einfach darum, dass ich nur noch vier Stunden in der Woche arbeite. Eine Passage zum Beispiel, wenn die Teamassistentin alle zwei Minuten zum Chef gegangen wäre und gesagt hätte: „Ich habe Post für sie.“, wäre sie spätestens nach einer Stunde gekündigt worden. Mittlerweile ist man Sklave der E-Mail Programme. Darum habe ich auch den Tipp aus dem Buch mitgenommen: E-Mail Programm in der Früh einschalten, abarbeiten und weg schalten. Mittags und abends noch einmal reinschauen aber sich nicht stören lassen durch alle zwei Minuten ein Bing und noch ein Bing. 

MMS: Auszeiten und Lockdown geben auch die Chance etwas Neues oder eine Innovation zu entwickeln. Was ist bei dir Neues in der Zeit entstanden?

Kai Brandstädter: Wäre die Pandemie nicht gewesen, wäre er vielleicht nicht entstanden. Mein Podcast Mittelstand, den wir einfach entwickelt haben, und seit August sind wir live mit dem Thema Podcast Mittelstand. Wir haben nach der kurzen Zeit über 30 Folgen mittlerweile online. Bei Google stehen wir mit Podcast Mittelstand bereits an erster Stelle. Das ist für mich sehr positiv. Ich werde das weiter entwickeln und es gibt jetzt schon das erste Update auf die Homepage. Wir haben richtig tolle Zugriffszahlen und es macht richtig Spaß. Wir sind auch fleißig, muss ich sagen. Meine Unternehmerinnen und Unternehmer produzieren mit mir sehr fleißig. Wir können jeden Dienstag und Donnerstag eine neue Folge mit vielen wertvollen Tipps online stellen. 

MMS: Du hast mir erzählt, im Bereich Video-Podcast planst du, die Qualität der Videos auf eine neue Ebene zu bringen. Was ist das? 

Kai Brandstädter: Na ja, ich will noch nicht darüber reden, aber wir sind hier ja unter uns. Mit einem Kollegen von mir haben wir zusammen die Idee der Kapitäne der Wirtschaft geboren. Wir machen den Dreh in einem A 320 Flugsimulator. Beispielsweise interviewe ich Vorstände oder  Geschäftsführer während dem Flug von München nach Hamburg zu  ihren Höhen und Tiefen. Wir sprechen vielleicht auch über Turbulenzen in ihren Unternehmen. Das wird es in Zukunft über das Portal Podcast Mittelstand als Folge geben. 

MMS: Kai, ich danke dir ganz herzlich für dieses inspirierende Gespräch.     

Text und Interview: Joachim Skambraks, Stimme der Hauptstadt.Berlin, Redaktion München 

Hier finden Sie den Link zum Interview auf Video: 

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Frank Pfuhl
Frank Pfuhl
SDHB Redaktion Berlin

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