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Landesbranddirektor a. D. Broemme zu Gast im Korrespondenten-Café

Albrecht Broemme (Foto: Gernot Volger)

Landesbranddirektor a. D. Broemme zu Gast im Korrespondenten-Café

Am 17. August 2022 war im von dem Journalisten Ewald König veranstalteten Korrespondenten-Café in Berlin-Mitte Albrecht Broemme zu Gast. Broemme war von April 2006 bis 2019 Präsident der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW). Nahezu jedem Berliner ist Broemme ein Begriff, denn vorher war er rund 14 Jahr lang Leiter der Berliner Feuerwehr. Sein rang war Landesbranddirektor. 

Von März bis Mai 2020 koordinierte er ehrenamtlich die Einrichtung eines Corona-Behandlungszentrums zur Bekämpfung der COVID-19-Pandemie auf dem Messegelände in Berlin-Charlottenburg. Im Winter 2021/2022 leitete er mehrere Impfzentren in der Bundeshauptstadt. 

In seinem Berufsleben hat er fast 55 Jahre lang kleine und große Krisen erlebt. Es dürfte kaum eine zweite Person in Deutschland geben, die ein so umfassendes Wissen über Katastrophen und Katastrophenschutz besitzt wie Broemme. Im Korrespondenten-Café sprach Broemme über „Rekord an Waldbränden und Naturkatastrophen“. 

Tatsächlich sprach er nicht nur über Waldbrände, sondern, wie er anmerkte, über Vegetationsbrände, was auch Moor-, Heide-, Gestrüpp- und Grasbrände einschließt. Dabei erfuhren die Zuhörer, dass weltweit drei Viertel solcher Vegetationsbrände durch Blitzschlag entstehen. Fachleute hätten vorausgesagt, dass die Trockenheit auch hierzulande zum Problem werden würde. Waldbrände in Europa beginnen heutzutage früher im Jahr und es gibt mehr Brände. Gründe für die vermehrte Zahl von Waldbränden sieht Broemme in der Flächenversiegelung und auch darin, dass es riesige Flächen ohne Brandschneisen gebe; das berge ein hohes Risiko.

Man habe zwar irgendwie und irgendwo Erkenntnisse und Erfahrungen, aber die Umsetzung, auch im politischen Bereich, sei problematisch. Nun kostet jede Idee, die man umsetzen will, Geld. Doch Broemme gibt zu bedenken: „Es ist allemal besser, jetzt zu investieren als später, denn jede Katastrophe kostet mehr als die Prävention“ Dabei sei wichtig: „Wir müssen eher in Prozesse investieren als in rote Autos“. Seine Berufserfahrung hat Broemme gelehrt: „Je innovativer eine Idee, um so verrückter erscheint sie.“ Er beklagte den Ressortegoismus, „unter dem wir in extremer Form leiden“ – das gelte nicht nur zwischen, sondern auch innerhalb von Ministerien. Die Stärke von Deutschland sei gewesen, Neues in Angriff zu nehmen. Da sieht Broemme heute eher Erstarrung. Dabei meint er nicht nur den Staat: „Man kann nicht alles dem Staat überlassen, auch die Wirtschaft muss aktiv werden.“ 

Wieder einmal zeigte es sich in Berlin-Mitte: Es sind immer sehr interessante Veranstaltungen, die im Korrespondenten-Café stattfinden. 

Text/Foto: Gernot Volger

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Frank Pfuhl
Frank Pfuhl
SDHB Redaktion Berlin

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