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Konzert von Stepan Gantralyan und Mauricio Almanzor 

Stepan Gantralyan (li.) und Mauricio Almanzor (Foto: Volker Neef)

Konzert von Stepan Gantralyan und Mauricio Almanzor 

Die Künstler Stepan Gantralyan und Mauricio Almanzor gaben am 10. Juni ein Konzert mit Gitarren und Gesang im Prenzlauer Berg. Das Programm trug den Titel „Heimatlos“. Die Kulturschaffenden brachten dem Publikum Romanzen, Balladen, Chansons auf Armenisch, Russisch, Roma, Griechisch, Französisch, Spanisch und Englisch sowie Deutsch dar.

Der Liedermacher, Sänger, Schauspieler, Regisseur und Kunstmaler Stepan Gantralyan stammt aus Armenien. Der Gitarrist Mauricio Almanzor kam in Chile zur Welt.

Einen Schwerpunkt setzten die beiden Künstler in dem Bereich Lieder von der Volksgruppe der Roma und Sinti. So drückten die beiden Sänger und Gitarristen in einem Lied die tiefe Trauer aus. In einer Roma-Hymne berichtet ein Mann davon, er sehe nur schwarz gekleidete Menschen, diese Menschen seien von Faschisten ermordet worden. Der Mann fragt: „Wo sind meine Leute geblieben?“ Als es klar ist, dass sie ermordet worden sind durch Nationalsozialisten, bittet der Sänger: „Möge Gott die Tore des Paradieses öffnen, damit all die Ermordeten dort Einzug finden.“ In einem auf Spanisch zu hörenden Roma – Lied beklagte der Sänger Stepan Gantralyan zur Gitarrenbegleitung von Mauricio Almanzor: „Ich habe keinen Ort. Keine Landschaft, keine Heimat“.

Die Liebe spielt im Leben immer eine große Rolle. Daher fehlten auch bei den beiden Künstlern nicht die Lieder über die Liebe. Hier ging es sehr besinnlich und ebenfalls traurig zu. 

In einem in armenischer Sprache gesungenen Liebeslied schwärmt ein Herr von einer ganz gewissen Dame und singt (in der deutschen Übersetzung): „Mondlicht liegt in Deinen Augen, der Mond spiegelt sich in Deinen Augen.“ Leider hat diese Liebe keine Zukunft. Ein Mensch kann, ja er soll ja sogar, seine Eltern lieben! Eines der 10 christlichen Gebote spricht ausdrücklich davon, dass „man Vater und Mutter ehren soll“. Ebenso kann man einen Künstler oder Staatsmann, eine Präsidentin oder eine Wissenschaftlerin beispielsweise (ver-)ehren. Natürlich gilt die musikalische Liebe und Verehrung des gebürtigen Armeniers Stepan Gantralyan auch seinem weltberühmten Landsmann Charles Aznavour, der von 1924 bis 2018 gelebt hatte. Der armenisch-französische Chansonnier, Liedtexter, Komponist und Schauspieler Charles Aznavour war einst nach dem Zerfall der UdSSR sogar armenischer Botschafter in der Schweiz und ständiger Vertreter Armeniens bei den Vereinten Nationen. 

So kam auch das Lied „La Mama“ zu Gehör. Mit diesem Lied wird Aznavour immer in Verbindung gebracht.  In dem traurigen Text erfahren wir, alle sind gekommen, weil Mama im Sterben liegt, Mama hat so viele Jahrzehnte lang Verwandte, Kinder, Freunde begeistert und nun müssen sie alle bald Abschied von ihr nehmen.

Für Kulturschaffende ist die Tournee Bestandteil des Berufsalltags. So sangen und spielten Stepan Gantralyan und Mauricio Almanzor auch das von Hannes Wader komponierte Lied „Heute hier, Morgen dort“. 

Langer und stark hörbarer Applaus des Publikums und viele Wünsche nach Zugaben, die von den beiden Sängern und Gitarristen auch erfüllt worden sind, stellten unter Beweis: Ein sehr gelungener kultureller Abend war dieses Konzert im Prenzlauer Berg.

(Text/Foto: Volker Neef)

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Frank Pfuhl
Frank Pfuhl
SDHB Redaktion Berlin

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