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In der Kürze liegt die Würze

Foto/Stimme-Der-Hauptstadt/Volker Neef

In der Kürze liegt die Würze

Heute, am letzten Februartag, stellt sich unweigerlich die Frage: Liegt in der Kürze die Würze? Der Februar ist mit seinen 28 Tagen der kürzeste Monat im Kalenderjahr, daran kann auch ein Schaltjahr mit dann 29 Tagen im Februar nichts ändern. Der Büroangestellte bezieht sein gleichbleibendes Gehalt, ob ein Monat nun auf 28, 30 oder 31 Tage kommt. Die Handwerker oder Tagelöhner müssen vielleicht schon den berühmten Groschen zweimal umdrehen. Feste Abgaben wie Miete, Lebensversicherung u. v.a. bleiben in der Summe ja konstant. Ein Arbeiter, der nach der Anzahl der absolvierten Arbeitstage entlohnt wird, kann aufgrund der geringeren Anzahl an Tagen im Februar nicht auf einen Verdienst kommen wie beispielsweise im Juli. Wer kam eigentlich auf die Idee, den Februar so schmal zu gestalten? Da müssen wir geschichtlich betrachtet über 2.000 Jahre zurückgehen. Julius Caesar gab 45 vor Christi Geburt dem julianischen Kalender eine Struktur. Er gab einigen Monaten, die zuvor 29 Tage aufzuweisen hatten, einen Tag mehr. Ebenso gab er manchen Monaten, die vor der Kalenderreform schon auf 30 Tage gekommen waren, einen Tag dazu. Man zählte die Monate römisch. Die Zählweise ist heute noch in den Namen hörbar. Zu Lebzeiten von Julius Caesar war der September anfangs der 7. Monat im Jahr. Der Oktober der 8. Monat, der November stand für die Zahl Neun. Der Dezember war somit der 10. Monat. Ganz am Schluss harrte der Februar aus. Er bekam schon vor Lebzeiten Julius Caesar die Anzahl an Resttagen, die man noch zu vergeben hatte. So nach dem Motto: Der Letzte bekommt nur das, was noch übrig geblieben ist. Als der römische Politiker und Feldherr den nach ihm benannten julianischen Kalender vorstellte, übernahm er viele Monatsnamen, änderte aber die Reihenfolge der Monate. Der einst letzte Monat des Kalenderjahres, der Februar, rückte auf den 2. Platz des neuen Kalenders. Julius Caesar übernahm die kürzere Zahl an Tagen einfach beim ehemaligen letzten Monat. Der Römer war also nicht der Verursacher für die kurze Tageszahl im Februar! Er übernahm die vorgefundene Einteilung beim Februar als kurzer Monat. Es ist auch überliefert, dass Julius Caesar dem kurzen Monat Februar eine Entschädigung zusprechen wollte. Den Tag des Schaltjahres, der vor Einführung des julianischen Kalenders niemals Berücksichtigung gefunden hatte, wird seit 45 vor Christi Geburt im Februar begannen. Dafür ist Julius Caesar der Verantwortliche! (Text/Foto:Stimme-Der-Hauptstadt Volker Neef)

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Frank Pfuhl
Frank Pfuhl
SDHB Redaktion Berlin

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