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Grafische Mappenwerke – Von Altenbourg bis Zettl. Aus der Sammlung von Friedemann Gottschald im Kunstmuseum Bayreuth

Aus der Mappe Ecke Homo von Michael Morgner - Foto: Joachim Skambraks

Grafische Mappenwerke – Von Altenbourg bis Zettl. Aus der Sammlung von Friedemann Gottschald im Kunstmuseum Bayreuth
Wenn ein begeisterter Kunstsammler über 50 Jahre vornehmlich Druckgrafik sammelt und dabei auch noch eine Idee davon hat, was er für seinen Bestand kauft, so entsteht eine großartige Sammlung. Meistens bleiben solche Schätze in den Archiven und Kunstschränken verborgen. Nun zeigt das Kunstmuseum Bayreuth einen kleinen Bestand von Grafischen Mappenwerken aus der Sammlung von Friedemann Gottschald. Fast 200 Werke werden nach akribischer Vorbereitung der Öffentlichkeit vorgestellt. Zu sehen ist ein Querschnitt mit Werken von Künstlerinnen und Künstlern aus dem Umfeld der Leipziger, Dresdner und Berliner Akademien, die eine gute handwerkliche Tradition druckgraphischer Techniken mit einer besonderen Ästhetik pflegten.

Der Kunstsammler Friedemann Gottschald vor einigen Werken seiner Sammlung – Foto: Joachim Skambraks 

Zur Eröffnung ließ es sich der Oberbürgermeister von Bayreuth Thomas Ebersberger nicht nehmen die Gäste zu begrüßen. Die Einführung hielt Volker Zschäckel als ausgewiesener Kenner der Kunstszene besonders der neuen Bundesländer und Inhaber der seit Jahrzehnten renommierten Galerie am Sachsenplatz in Leipzig.
v.l.n.r.: Friedemann Gottschald, Volker Zschäckel, Hedi Grewe-Gottschald, W.Benda, Dr. Marina von Assel Museumsleitung,
Oberbürgermeister Thomas Ebersberger – Foto: Joachim Skambraks 

Für die Stimme der Hauptstadt gab er ein exklusives Interview. Zu der Qualität Gottschalds Sammlung fand er lobende Worte: 
SDHB: Wie ist Ihre Einschätzung zur Qualität der Sammlung von Herrn Gottschald? 
Volker Zschäckel: Die Ausstellung zeigt eine bemerkenswerte Sammlung was sowohl Umfang aber eben auch Qualität angeht. Für mich überraschend ist gewesen, dass der Sammler doch eine Grenze, eine Altersgrenze überschreitet, also nicht nur in seiner Generation gesammelt hat, hat sondern auch darüber hinaus in die jüngere Generation hineingegangen ist, wo doch ganz andere auch technische Dinge realisiert worden sind. Eine Ausweitung, eine Ausbreitung, die man da sehen kann, die jeder Sammlung gut tut. Und damit auch dieser Ausstellung gut tut. 
SDHB: Es geht also auch um neue Drucktechniken zusätzlich zu den altbekannten Techniken? 
Volker Zschäckel: Genau, vor allem Olaf Holzapfel, der doch mit manipulierten Computerarbeiten aufwartet, etwas, was vielleicht die älteren Künstlerkollegen eher mit sehr viel Respekt oder sogar mit Distanz sehen. Es ist ja legitim diese Technik als Druckgrafik zu bezeichnen. 
SDHB: Welche Drucktechnik steht dann dahinter? 
Volker Zschäckel: Ich denke das sind Computerausdrucke oder Digitaldrucke. Die Frage ist doch: Hat der Künstler die Druckvorlage mit eigener Hand angelegt, dann ist es auch eine Originalgrafik wie die Offset-Lithographie oder ist es nur eine Vervielfältigung eines anderen Objektes, dann ist es eben kein Original. 
SDHB: Danke für die großartige Stellungnahme. 

Friedemann Gottschald bei der Auswahl für die Ausstellung – Foto: Joachim Skambraks 

Neben den vielen sehenswerten Grafiken ist die Frage der Digitalisierung in der Druckkunst sicher ein zusätzlicher Grund, sich von der sorgfältigen Auswahl der gezeigten Werke inspirieren zu lassen. Als Besucher haben Sie bis zum 27.2.2022 Gelegenheit das Kunstmuseum Bayreuth im Alten Barockrathaus zu besuchen. Weitere Informationen: www.kunstmuseum-bayreuth.de

Text: Joachim Skambraks, Stimme der Hauptstadt, Redaktion München / Fotos: Joachim Skambraks 

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Frank Pfuhl
Frank Pfuhl
SDHB Redaktion Berlin

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