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Die Schwebebahn- Nachgefragt bei Gunnar Lindemann 

Schwebebahn in Wuppertal (Foto: Frank Pfuhl)

Die Schwebebahn- Nachgefragt bei Gunnar Lindemann 

Rund 355.00 Einwohner leben in Wuppertal. Damit ist Wuppertal die größte Stadt im Bergischen Land.

Bekannt ist Wuppertal u. a. durch die in Wuppertal geborenen Persönlichkeiten Friedrich Engels (Politiker; Unternehmer, Philosoph und Freund von Karl Marx); Prof. Dr. med. Ferdinand Sauerbruch (Chirurg); Johannes Rau (Oberbürgermeister, Ministerpräsident, Bundespräsident); Horst Tappert (Schauspieler, u. a. „Derrick“, „Die Gentlemen bitten zur Kasse“); Else Lasker-Schüler (Schriftstellerin); Bundesfinanzminister Christian Lindner. Der langjährige Außenminister Hans- Dietrich Genscher hatte hier seinen Wahlkreis. Sänger Bill Ramsey besang die „Zuckerpuppe aus der Bauchtanztruppe“, zu der auch „Elfriede aus Wuppertal“ gehörte. Weltweit bekannt ist Wuppertal besonders durch seine Schwebebahn. Sie ist mittlerweile über 121 Jahre alt. Die Gesamtstrecke ist knapp 13 Kilometer lang. Man verfügt über 16 Haltestellen. Kein Witz: 1950 warb ein in Wuppertal gastierender Zirkus mit der Elefantendame „Tuffi“ für seine Vorstellungen. Die „Dame“ sollte Schwebebahn fahren und mit diesen Fotos wollte man die Zirkusaufführungen bewerben. Nur hatte „Tuffi“ nicht so viel Lust auf die Fahrt mit der Schwebebahn und sprang aus dem Waggon. Glücklicherweise fiel der Elefant in die Wupper und verletzte sich nur sehr leicht.

Gunnar Lindemann (Foto: Frank Pfuhl)

Will man Details über die Schwebebahn erfahren, sollte man einen Wuppertaler, der auch Experte des ÖPNV ist, befragen. Gunnar Lindemann kam 1970 in Wuppertal zur Welt. Seit 2016 gehört er dem Berliner Abgeordnetenhaus an. In der AfD-Fraktion ist er u. a. Sprecher für den ÖPNV. Der direkt gewählte Parlamentarier aus dem Bezirk Marzahn war bis zur Aufnahme des Mandats bei einem privaten Bahnunternehmen tätig. Wir sprachen mit ihm.

STIMME-DER-HAUPTSTADT: Als gebürtiger Wuppertaler haben Sie bestimmt oft die Schwebebahn benutzt. Können Sie ungefähr abschätzen, wie viele Kilometer Sie bisher zurückgelegt haben? Wann waren Sie zuletzt Gast in der Schwebebahn?

Gunnar Lindemann: 

„Ja, ich hatte in meiner Zeit in Wuppertal die Schwebebahn täglich benutzt. Es ist einVerkehrsmittel,  wie in Berlin die U- Bahn. Im Laufe der Jahre sind es sicher viele Tausende Kilometer geworden. Zuletzt bin ichletzten Montag Schwebebahn gefahren“.

STIMME-DER-HAUPTSTADT: Ist die Schwebebahn heute eigentlich noch zeitgemäß oder dient sie eher der Bespaßung von Touristen? 

Gunnar Lindemann: „Sie ist ein sehrzeitgemäßes Verkehrsmittel,  was keine anderen Verkehrsteilnehmer behindert oder ihnen Platz weg nimmt.Übrigensauch eine Forderung im Verkehrskonzept der AfD: diskriminierungsfreier ÖPNV. Nur fordern wir in Berlin den Ausbau von S– und U- Bahn“.

STIMME-DER-HAUPTSTADT: Ist der Bau einer Schwebebahn eine Option für Berlin? Wenn dem so ist, wo sollte der Zug verkehren?

Gunnar Lindemann: „Nein, ein weiteres neues Verkehrsmittel halte ich nicht für sinnvoll. Berlin wäre besser beraten,  aufdie vorhandenen ÖPNV Verkehrsmittel zurückzugreifen und diese auszubauen: Nämlich S– und U- Bahn. Wobei die U- Bahn natürlich dort, wo möglich, auch oberirdisch alsHochbahn fahren kann, wie wir es bereits auf einigen Streckenabschnitten, zum Beispiel bei der U 2 bereits haben. Es macht mehrSinn, Verkehrsmittel im ÖPNV zu vereinheitlichen,  anstatt immer wieder neue Systeme im ÖPNV aufzubauen“. 

STIMME-DER-HAUPTSTADT: Vielen Dank für das Gespräch. (Text: Volker Neef/Fotos: Frank Pfuhl)

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Frank Pfuhl
Frank Pfuhl
SDHB Redaktion Berlin

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