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Naumburg-Buchbesprechung

Foto: Sutton Verlag

Naumburg-Buchbesprechung 

Der Autor Reinhard F. Gusky brachte im Mai 2021 das Buch „Naumburg-Eine historische Bilderreise“ heraus. Es ist im Sutton Verlag zu Erfurt erschienen. Das Werk umfasst 128 Seiten und zeigt dem Leser rund 170 zumeist unveröffentlichte Fotos. Gleich in der Einleitung macht uns der Schriftsteller damit vertraut, dass man in der Zeit der Wiedervereinigung die Weichen auf „Sanierung der Altstadt“ erfolgreich gestellt hatte. Die DDR konnte mit dem Wahrzeichen Naumburgs, dem weltberühmten Dom, gar nichts anfangen. Eventuell wollte man das auch gar nicht. Die vielen anderen historischen Schätze sprachen die Machthaber auch nicht an. Daher planten die DDR-Oberen seinerzeit sogar ein, die Altstadt abzureißen. Hätte eine Stadt in Westdeutschland solch kulturelle und historisch wertvolle Schätze anbieten können wie Naumburg sie besitzt, die westdeutsche Stadt hätte sich glücklich geschätzt. Die Wende sorgte dafür, dass die Abrissbirne in Naumburg nicht zum Einsatz gekommen ist. Das Ansinnen mit dem Abriss mag ja aus Sicht der Kommunisten durchaus als normal zu bezeichnen sein. Bereits im 13. Jahrhundert entstand der Dom. Das Gotteshaus im Baustil der Spätromanik war wohl für die Marxisten eine Provokation! Wusste doch schon der Genosse Lenin: „Religion ist Opium fürs Volk!“ Ein Dom war sicherlich auch verdächtig für Lenin und seine glühenden Anhänger Namens Ulbricht, Honecker, Stoph, Mielke u. a. Seit 2018 steht der Naumburger Dom auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes. Reinhard F. Gusky macht den Betrachter u. a. auch mit den Pferdebahnen, Dampfbahnen und der Straßenbahn „Wilde Zicke“ der Saalestadt vertraut. Seit 1892 verkehrt in Naumburg eine Straßenbahn. Zu DDR-Zeiten hieß sie „Wilde Zicke“ und noch heute können die Einheimischen mit diesem Begriff etwas anfangen. Nebenbei angemerkt: Heute ist dieser Straßenbahnbetrieb der kleinste Straßenbahnbetreiber in ganz Deutschland, (S. 53 bis 62). Da Naumburg zum Burgenlandkreis gehört, ist es eine Selbstverständlichkeit, dass der Autor den Burgen in Naumburg besondere Aufmerksamkeit geschenkt hat, (S. 111 bis 117). Hermann Almers (1821 bis 1902) komponierte und textete 1846 das Lied „Dort Saaleck, hier die Rudelsburg“. In dem Lied heißt es u. a. „…Berge hier und Berge dort zur Rechten und zur Linken, die Rudelsburg das ist ein Ort zum Schwärmen und zum Trinken….“ Es ist nur ein Gerücht, dass Mitglieder von Studentenverbindungen nach dem Genuss von dem ein oder anderen Bierchen an den Burgmauern angelehnt das studentische Lied wie folgt singen: „Berge hier und Berge dort zur Rechten und zur Linken, die Rudelsburg das ist ein Ort sich sinnlos zu betrinken“. Das faszinierende Werk „Naumburg-Eine historische Bilderreise“ von Reinhard F. Gusky aus dem Sutton Verlag zu Erfurt kostet im deutschen Buchhandel 19,99 Euro. ISBN 978-3-96303-197-7. (Text: Volker Neef/Foto: Sutton Verlag)

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Frank Pfuhl
Frank Pfuhl
SDHB Redaktion Berlin

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