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Menschen mit Spuren und ihre Wege durch die Krise Folge 8: Cornelia Rüping

Cornelia Rüping, Foto: Joachim Skambraks

Menschen mit Spuren und ihre Wege durch die Krise Folge 8: Cornelia Rüping

Cornelia Rüping hilft Autorinnen und Autoren, Verlagen und Agenturen dabei, Bücher und andere Texte auf den Markt zu bringen. In ihrer selbständigen Karriere hat sie das als Buchcoach schon über 300-mal gemacht. Viele Menschen können sich so den Traum vom eigenen Buch erfüllen. Außerdem geht sie zurzeit neue Wege in Richtung Kinesiologie und Energiearbeit. 

www.traum-vom-buch.de 

MMS: Wie hinterlässt du aus deiner Sicht Spuren? 

Cornelia Rüping: Ich hinterlasse Spuren bei meinen Autorinnen und Autoren und in den Büchern, die ich begleite. Jeder kann heute ein Buch machen, das sehe ich kritisch. Oft kommen Bücher heraus, die eben nicht so professionell bearbeitet sind. Vielleicht ist das Ganze dann so wie ein Hobby, was ja auch schön ist. Doch wie gesagt, geht dann manchmal die Professionalität verloren. Die Auswahl für die Leserschaft ist sehr schwierig, der Markt ist unüberschaubar wegen der Menge an Neuerscheinungen, die es heute gibt. Mein Spuren sind dann da zu finden, wo ich den Autorinnen und Autoren gut helfe, ihre Gedanken zu strukturieren, die Ideen zu sammeln, zu schauen, was wirklich das Thema ist. Auch wichtig sind diese Fragen: Für wen schreibe ich? Für welchen Markt? Was sind meine Ideen und was möchte ich wirklich rüberbringen? Auf welche Art möchte ich als Autorin, als Autor, als Persönlichkeit rüberkommen? 

MMS: Wir mussten jetzt über eineinhalb Jahre Pandemie und Lockdown durchleben. Was hat das mit dir gemacht? 

Cornelia Rüping: Wirtschaftlich, um es kurz zu machen, war es für mich nicht so schwierig. Denn jeder hatte Zeit. Was kann man da machen? Ein Buch. Ich hatte dann auch mehr Anfragen. Das war sehr spannend. Für mich persönlich war es so: Ich hatte wahnsinnig viel Zeit, mich um Sachen zu kümmern, die sonst liegen bleiben. Themen wie: Was möchte ich in Zukunft machen? Wie geht es weiter mit meinem Autoren-Coaching, mit meinem Lektorat? Welche Themen sind mir wirklich auch in meinem Leben wichtig? Was steht an, was ich verändern sollte oder könnte? Ich habe ganz viele Kontakte neu überdacht. Das war eben in dieser Zeit möglich. Wen habe ich vermisst? Wer hat mir gefehlt? Wen wollte ich unbedingt sehen und sei es nur mal online? Bei wem habe ich gedacht: Das sind schöne, freundliche, liebe Menschen und der Kontakt ist nur lose. Sich das auch mal einzugestehen fand ich ganz gut. 

Cornelia Rüping, Foto: Joachim Skambraks

MMS: Ich weiß, dass du grundsätzlich positiv denkst. Welche Hilfsmittel, Methoden oder Techniken haben dir vielleicht geholfen, besser durch diese Krise zu kommen? 

Cornelia Rüping: Zum einen war da der Austausch. Ich bin ja in zwei Berufsnetzwerken und da fanden Veranstaltungen online statt. So haben wir uns zumindest virtuell gesehen. Es gab Impulse, Anregungen und Ideen. Dann fand ich es ganz wichtig, in die Natur zu gehen. Ich bin unglaublich viel spazieren gegangen, auch in Gedanken. Ich war fast jeden Tag draußen. Ich wohne ja ziemlich im Grünen und war jeden Tag fast eine Stunde, manchmal sogar zwei oder drei Stunden draußen. Da habe ich gespürt, wie reduziert alles ist. Das war gut. Das hat mir gut gefallen und gut getan. Mal auf mich selbst zurückgeworfen zu sein und mit den eigenen Themen umzugehen, das fand ich in dieser Zeit möglich. 

MMS: Was aus dem Bereich Kultur, Theater, Musik oder Literatur hat dir geholfen, ein wenig motivierter durch diese Zeit zu gehen? 

Cornelia Rüping: Ich hatte wieder viel mehr Zeit zum Lesen und habe mir bevorzugt dicke Bücher ausgesucht, in denen Lebensgeschichten erzählt werden, darunter zum Beispiel „Ein wenig Leben“. Das ist die Geschichte von vier Männern, die eine lebenslange Freundschaft verbindet. Sie entwickeln sich ganz unterschiedlich. Ein beeindruckendes Buch mit ganz viel Emotionen, ich habe dabei auch geweint. Gelesen habe ich auch „Mädchen, Frau etc.“. Auch eine Lebensgeschichte. Sie behandelten viele von den Themen, die uns jetzt auch gesellschaftlich wahnsinnig beschäftigen, zum Beispiel Gleichberechtigung aller Menschen aller Art. Wie können wir eine Gemeinschaft entwickeln und wie können wir das „Wir“ wieder mehr in den Vordergrund bringen? Diese Bücher haben mir dabei geholfen, nicht jeden Tag über Corona nachzudenken und Ängste zu entwickeln, sondern den Blick auf diese Fragen zu richten: Was ist möglich? Wie können und wollen wir leben? Was sind Ideen, die im Raum stehen und was wäre der Grundgedanke dabei? Das hat mir geholfen – einfach rauszugehen in andere Leben, in andere Geschichten. Das, was an Kontakt nicht möglich war, habe ich ein Stück weit in den Büchern gefunden. 

MMS: Vielen Dank für die Buchtipps. Eine Auszeit, eine Zeit der Ruhe kann auch die Chance bieten, dass etwas Neues entsteht. Was an Innovation oder Transformation ist bei dir entstanden? 

Cornelia Rüping: Es geht in eine grundlegende Richtung. Ich mache schon seit einigen Jahren verschiedene Ausbildungen in Energiearbeit und psychologischer Kinesiologie. Mit diesen beiden Themen habe ich mich in der Zeit auch mit mir selbst beschäftigt. Ich habe Gedanken entwickelt, wie ich diese Methoden in meine Arbeit einbringen kann. Ja, da bin ich selbst ganz gespannt. Hier entwickelt sich etwas weiter. Ich möchte gerne Menschen auch noch auf eine andere Art unterstützen, nicht nur beim Büchermachen, sondern auch bei der Persönlichkeitsentwicklung. Sie dabei begleiten, leichter zu leben, vielleicht alte Themen abhaken oder zumindest stressfreier damit umgehen zu können. Wie sich das genau fügen wird, weiß ich noch nicht. Ich bin aber sehr zuversichtlich, dass sich das finden wird. 

MMS: Ich danke dir für dieses Gespräch und die vielen offenen Antworten und Inspirationen. 

Fotos und Interview: Joachim Skambraks, Stimme der Hauptstadt.Berlin, Redaktion München 

Hier finden Sie den Link zum Video: 

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Frank Pfuhl
Frank Pfuhl
SDHB Redaktion Berlin

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