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Menschen mit Spuren und ihre Wege durch die Krise. Folge 20: Otmar Kastner

Otmar Kastner, Foto: Joachim Skambraks

Otmar  Kastner ist Gründer, CEO und Spiritus Rector von SAPOMPSCHT.com. Als Wirtschaftskabarettist tritt er oftmals genau vor den obersten Führungskräften aus großen Unternehmen auf. Wer meint, dass dieses Interview mit einem Mann mit Perücke sehr exotisch ist, kann recht haben. Die Antworten allerdings sind inspirierend und es Wert, darüber nachzudenken.

MMS: Wie hinterlässt du aus deiner Sicht Spuren? 

Otmar Kastner: Du hast bereits diese Unternehmensberatungsfirma angeschnitten. SAPOMPSCHT.com ist eine Abkürzung und steht für  Systemic – Aproach – Personal – Organisational – Management – Process – Consulting – Hüpfburg and Training. Aber auch dass „COM“ ist eine Abkürzung und bedeutet Childhood Oriented Management. Ich versuche verschiedene Welten zu verbinden. In diesem Fall sind es Wirtschaft und Kabarett oder Comedy. Ich versuche über Comedy die Absurdität der Welt zu zeigen, um dann aber diesen Kern, der uns ausmacht, diese Souveränität herauszuschälen. So hinterlasse ich auch immer wieder Spuren in der Welt. 

MMS: Was passiert mit den Menschen, mit den Unternehmen, die dich engagieren. 

Otmar Kastner: Wenn wir als Baby geboren werden, hier auf diesem Planeten, sind wir voller Lebendigkeit, voller Begeisterung, Ekstase, Liebe und Offenheit. Das ist unser natürlicher Zustand. Dann legen sich verschiedene Schichten darüber, wo wir dann auch die Freude verlieren. Über das Kabarett, über das Lustigmachen der bestehenden Situation in Firmen schälen wir das wieder heraus. Über das Tanzen und die Musik erinnern wir die Leute wieder an die eigene Begeisterung. Unser Zugang ist eben Kabarett, Kunst, Tanz, Musik und Improtheater. So erinnern wir die Menschen wieder an ihre eigene Souveränität und Größe. 

MMS: Wir hatten Corona-Pandemie, Krise und Lockdown. Wie haben sich diese Einschnitte auf dich privat und geschäftlich ausgewirkt? 

Otmar Kastner: Mein Geschäft sind ja Live-Auftritte. Es hat mir meine Auftrittsmöglichkeiten weggeblasen. Wie, wenn da ein Baum voller Blätter steht, und dann kommt dieser Sturm. Zack, und alles ist weg. Von einem Tag auf den anderen. Zum Glück hatte ich allerdings in meinem Leben schon viele Erlebnisse, wo ich wusste, na ja, das geht weiter. Es entsteht etwas Neues und das ist dann auch geschehen. Die Auftritte waren zunächst weg, dann durchatmen und schauen: Was will denn jetzt kommen? Dann klopfen schon die nächsten Themen, Projekte oder Möglichkeiten an der Tür. Da habe ich mir halt erlaubt, aufzumachen. 

MMS: Du hast zwischen den Zeilen angedeutet, du bist auch krisenerfahren. Was an Denkweisen, an Hilfsmitteln, an Techniken kann helfen besser durch eine Krise zu kommen? 

Otmar Kastner: Das Wichtigste aus meiner Sicht ist, die Energie anzuheben. Wenn du in einer hohen Energie bist, einer hohen Schwingung, Lebensfreude oder Lebendigkeit, dann sind automatisch dort Lösungen, wo vorher Probleme waren. Wenn du in dieser Energie bist, dann siehst du, was da anklopft. Beispielsweise können Zoom oder MS Teams eine neue Kabarettbühne sein. Plötzlich kann ich über diese Medien mit Menschen in Kontakt treten oder Shows produzieren für Menschen, die ganz woanders sitzen, räumlich gesehen. Wenn ich die Energie anhebe, gibt es immer und immer wieder neue Möglichkeiten. Es ist ein Gesetz auf diesem Planeten und dieses Gesetz hat sich auch hier wieder gezeigt. 

MMS: Wenn du einmal eine schlechte Stunde hast, dann ist es nicht immer einfach, die Energie zu heben, welche kleinen Ideen helfen da, wieder herauszukommen? 

Otmar Kastner: Ich bin ein Morgenmensch und stehe in der Früh auf. Was mir hilft, ist, bei egal welchem Wetter, rauszugehen. Früh um vier Uhr gehe ich schon raus, dann springe ich ins Wasser und schwimme eine Runde. Das mache ich jeden Tag. Wenn du am Morgen eine Runde geschwommen bist, hast du dich automatisch an deine Lebendigkeit erinnert. Du spürst das Vibrieren in deinem Körper, in deinem Geist. Du weißt, dass du unendlich groß bist in Wahrheit, weil die Lebendigkeit immer da ist. 

Das zweite ist die Musik. Ich liebe es einfach, meine Kopfhörer aufzusetzen, mein Handy zu starten und draußen zu tanzen. Ob es jetzt in einem Wald ist oder auf einem Platz in Wien, ich liebe das. Dann kommt und das Gefühl, dieser Planet ist eigentlich eine riesige Tanzfläche. Es ist auch in der Pandemie dieses Wort „“Seele-bration aufgetaucht bei mir. Also die „Seele“ und „bration“, Seele-bration. Die Seele will feiern auf diesem Planeten. Wir sind hier als Menschen, um einerseits die Liebe zu leben und zweitens die Ekstase. Durch in der Natur schwimmen, Musik und Tanzen kann ich die Energie in mir immer wieder aufbauen. 

Otmar Kastner, Foto: Joachim Skambraks 

MMS: Danke für deine Ideen und Inspiration. Was aus dem Bereich Kunst, Theater, Kultur, Musik oder Literatur hat dir zusätzlich geholfen? 

Otmar Kastner: Natürlich ein Buch zu lesen, kein Sachbuch sondern einen Roman, in dem ich erlebe, wie sich Figuren entwickeln und transformieren. Ich habe Gulivers Reisen gelesen. Das hat mir wieder sehr gefallen. 

Oder auch einen guten Film ansehen. Wenn ich einen guten Film sehe und die Figuren sich entwickeln, das ist ganz wunderbar. Wenn ich es mitfühlen kann, dann ist das eine tolle Kunstform für mich. 

Neben Tanzen und Musik ist es auch, selber Musik zu machen. Ich kann nicht gut Klavier spielen, auch nicht gut Gitarre und Schlagzeug. Aber ich kann alles ein bisschen und dann mit einigen Freunden zusammen, immer die gleichen Akkorde zu spielen, da kommst du in eine Trance, in eine Vibration rein, die einfach deine Körperzellen zum Klingen bringt. Diese Kunstformen helfen mir unendlich, mich an mich zu erinnern. 

MMS: Du hast ja unübersehbar eine Perücke auf. Eine Botschaft? 

Otmar Kastner: Die Perücken unterstützen mich sehr. Shakespeare hat schon gesagt, dass diese Welt eine Bühne ist und wir sind alle Schauspieler. Ich liebe es mit Perücken zu reisen, weil mich die Perücke daran erinnert, dass ich selber ein souveränes Wesen bin und ich mich dauernd in Rollen begebe. Wenn ich dann im Zug oder im Flieger mit der Perücke reise, das ist eine Erinnerung an dieses ewige Schauspiel. Diese Bühne zu haben, das befreit so sehr. Ich liebe es Perücken, nicht nur zu hause oder hier, aufzusetzen, sondern ich habe eineinhalb Jahre immer eine Perücke aufgesetzt, wenn ich auf Reisen war. 

MMS: Diese erzwungene Stillstand hat auch die Chance, neue Ideen, Innovationen oder Transformation zu gebären. Was ist bei dir passiert? 

Otmar Kastner: Dieser plötzliche Stillstand hat bei mir zu einem Durchatmen geführt, zu einem Innehalten und Reflektieren. Für mich hat es gezeigt: Diese neuen Bühnen, wie MS Teams und Zoom als Kabarettbühne zu sehen, sind dann fruchtbar, wenn ich mit anderen gemeinsam etwas entwickle. Für mich hat der Lockdown noch stärker den Aufbau dieser globalen Unternehmensberatung SAPOMPSCHT.com gefördert. Wir bauen ein BeraterInnen-Team auf und gehen mit diesen neuen digitalen Methoden nach Außen, um die Menschen über das Lachen, die Kunst und das Tanzen an sich selber zu erinnern. Diese Vernetzung und Nutzung der digitalen Medien sind für mich durch die Pandemie so richtig gefördert worden. 

MMS: Auch dieses Interview habe ich genossen wie viele andere, lieben Dank. 

Otmar Kastner: Danke dir Joachim dass ich hier sein darf. Es braucht diese inspirierenden Fragen, damit ich das zum Ausdruck bringen kann. 

Fotos und Interview: Joachim Skambraks, Stimme der Hauptstadt.Berlin, Redaktion München 

 Hier finden Sie den Link zum Video: 

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Frank Pfuhl
Frank Pfuhl
SDHB Redaktion Berlin

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