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„Der Schneesturm“Welturaufführung in der bayerischen Staatsoper Ballett nach einer Erzählung von Alexander Puschkin.

Staatsoper München Das bunte Leben vor dem Theater Foto Stimme-Der-Hauptstadt München /Joachim Skambraks

„Der Schneesturm“Welturaufführung in der bayerischen Staatsoper Ballett nach einer Erzählung von Alexander Puschkin.

Die Choreografie hat Andrey Kaydanovskiy gestaltet.
Im Rahmen der Balletfestwoche 2021 übertrug die Staatsoper München die Neuinszenierung „Der Schneesturm“ am Samstag Abend live im Internet.Der erste Eindruck dieser neuen Inszenierung wird über das Bühnenbild (Karoline Hogl) geprägt. Die Bühnenbildnerin lässt in einem minimalistischen Bühnenbild Räume aus Licht, Stoffen und Lampen entstehen. Das Bühnenbild ist in allen Dimensionen bespielbar und so ergeben sich starke Effekte, die die Erzählung der Tänzer unterstützen.Das gesamte Ensemble glänzt durch Spielfreude und einer sehr präzisen Kombination von Schauspiel und Tanz. Ungewohnte Bewegungsabläufe überraschen zuerst und führen dann zu einer Situationskomik, die der tragischen Handlung eine Leichtigkeit geben. So ist auch modernes Tanztheater leicht zu verdauen.

Staatsoper München doch im Publikum darf aktuell niemand sitzen.
Foto /Joachim Skambraks, Redaktion Allgemeine Berliner Zeitung / München


Die Handlung ist eigentlich nicht besonders komplex. Wir haben ein junges Liebespaar und Marja ist in den Zwängen ihres Elternhauses und der Gesellschaft gefangen und fühlt sich sichtlich unwohl. Das führt bis zu einem tänzerisch und vom den Kostümen her hervorragend interpretierten Albtraum. Mithilfe der Hausangestellten gelingt die Flucht mit dem Liebhaber Vladimir und eine Hochzeit in einer Kirche aus Licht wird angedeutet. 
Im zweiten Akt entführt uns die Handlung einige Jahre später in eine offene und experimentierfreudige Gesellschaft. Der Schneesturm soll sicher auch den Krieg andeuten, aus dem die Männer zurückkommen, nur eine bleibt allein – Maria. Doch sie findet bald einen neuen Liebhaber, der scheinbar ein Geheimnis mit sich trägt. Das Ende lässt offen, ob es zu Liebesheirat kommt oder sich Marja allein in den Schneesturm begibt.
Doch die Handlung ist nicht das wirklich wichtige dieses inspirierenden Ballettabends.Das Team der Balletmacher hat aus den einzelnen Elementen Bühnenbild, Kostüme, Choreografie und Musik (Lorenz Dangel) eine Energie geschaffen, die den ganzen Abend intensiv werden lässt. Der Rhythmus der getanzten Geschichte ist sehr schnell und komplex so dass manche ruhige Szene erfreulich zum Luft holen genutzt wird, auch für den Zuschauer.
Die vom Tänzerischen her gesehen sehr energetische Choreographie spielt mit Tanzstilen, nimmt Anlehnungen von Klassik bis Moderne und schafft immer wieder neue intensive Bewegungsabläufe. So wird eine Geschichte erzählt, bei der regelrecht die Bewegungsenergien der Tanzkünstler zu spüren sind. 
Zwischen den Darstellern im ersten Akt Ksenia Ryzhkova (Marja) und Jonah Cook (Vladimir) entsteht eine spielerische Leichtigkeit die sich ihre Dynamik wie Spielbälle zuwerfen.Der zweite Akt wird anfangs geprägt von dem hervorragenden Ensemble und der Begegnung von Marja und und Burmin (Jinhao Zhang). Osiel Gouneo als Belkin fällt in seinem kurzen und gleichzeitig unterhaltsamen Auftritt durch Spielfreude und Ausdrucksstärke auf.
Die Neuinszenierung gewinnt durch die Teamleistung der einzelnen Disziplinen und so entsteht ein Kunstwerk aus Tanz, Musik und Spielfreude. So wird eine berührende Geschichte erzählt, die keiner Worte mehr bedarf.

Text / Fotos /Joachim Skambraks, Redaktion Stimme-Der-Hauptstadt / München

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Frank Pfuhl
Frank Pfuhl
SDHB Redaktion Berlin

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