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Theater der Shakespeare Company Berlin spielte „Verlorene Liebesmühe“

Das Ensemble (Foto: Volker Neef)

Theater der Shakespeare Company Berlin spielte „Verlorene Liebesmühe“

Die „Shakespeare Company Berlin“ spielt in ihrer Freiluftbühne am Insulaner in Berlin-Steglitz den ganzen Sommer über. 

Bis zum 10. September sind es dann 9 Theaterstücke des englischen Dramatikers, Lyrikers und Schauspielers William Shakespeare (1564 bis 1619). Wir sahen „Verlorene Liebesmühe“, ein eher selten gespieltes Stück,auf einer U-förmigen Bühne, die der Shakespeares nahekommt. 

König Ferdinand von Naverre und seine zwei Freunde Byron und Dumain legen ein Gelübde ab, sich drei Jahre lang nur ihren Studien und der philosophischen Kontemplation zu widmen. Das bedeutet auch, sich um Liebe und alle amourösen Abenteuer in dieser Zeit nicht zu kümmern. Besonders Byron ist skeptisch, ob das realisiert werden kann. Damit sie ihr Gelübde einhalten können, befiehlt der König, dass Frauen sich dem Hof nicht mehr als eine Meile nähern dürfen. Doch, wie könnte es anders sein, so läuft das Leben nicht: Männer können und wollen auf die Gesellschaft der Frauen nicht verzichten.

Don Adriano de Armado, ein Besucher aus Spanien, informiert den König, dass sein Hofnarr Costard sich im Schlossgarten mit seiner angebeteten Jaquenetta vergnügt. Don Armado wird mit der Überwachung und Bestrafung Costards betraut. Doch Don Armado hat ebenfalls ein Auge auf Jaquenetta geworfen. Er schreibt ihr einen Brief und beauftragt Costard, diesen zu überbringen.

Schon bald trifft die Prinzessin von Frankreich mit ihren beiden Hofdamen Rosaline und Katharine ein, um dem König von Naverre einem offiziellen Besuch abzustatten. Die Frauen werden eine Meile vom Hof entfernt untergebracht. Doch bekommen sie eine Audienz bei Naverre. Der König verliebt sich in die Prinzessin und seine Freunde verlieben sich in die beiden Hofdamen. Byron schreibt einen Liebesbrief an Rosaline und händigt ihn Costard zur Überbringung aus. Doch der verwechselt die beiden Briefe.

Naverre und seine Freunde kommen überein, den Frauen einen Besuch abzustatten. Sie verkleiden sich als Russen und bringen Geschenke. Doch die Damen sind nicht dumm und wechseln ihre Kleider untereinander, so dass jede eine der beiden anderen darstellt. Zudem tragen sie Masken. Nach allerhand Verwirrungen und Verwicklungen klärt sich alles auf. Die drei Männer gestehen den Frauen ihre Liebe. Don Armado ist weiterhin hinter Jaquenetta her.

Dann trifft ein Bote ein mit der Nachricht, der König von Frankreich sei gestorben. Das macht die Abreise der Damen erforderlich, denn die Prinzessin ist die Thronerbin. Die Prinzessin legt allen ein Jahr der Distanz und Enthaltsamkeit auf, denn die Damen sind nicht von der Haltbarkeit der männlichen Liebesschwüre überzeugt. Sollten nach Ablauf dieser Zeit die Liebesschwüre der Männer immer noch 

aufrechterhalten werden, würden es sich die Damen noch einmal überlegen und die Heiratsanträge akzeptieren. Die Damen reisen ab.

So geht es in Shakespeares Stück um das männliche Begehren. Der König und seine Freunde sind etwas windige Charaktere, und alle ihre Liebemühen sind vergebens. Diese Verwicklungen und Liebeständeleien finden in einem Märchenland, irgendwo außerhalb der Realität, statt. Es handelt sich um ein heiteres Stück zur Unterhaltung.

Die etwas modernisierte Übersetzung wird von Regisseur Jens Schmiedl modernisiert und verfremdet inszeniert, die 6 Schauspieler spielen jeweils mehrere unterschiedliche Rollen. Das Publikum war von der Leistung der Schauspieler sehr begeistert, wie der Schlussapplaus zeigte. 

Die „Shakespeare Company Berlin“ spielt am Munsterdamm 80 in 12169 Berlin-Steglitz. Tel.: 030 – 20 60 56 36.

Text: Gernot Volger

Foto: Volker Neef

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Frank Pfuhl
Frank Pfuhl
SDHB Redaktion Berlin

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